2011 bei der LBV-Kreisgruppe Coburg


Zur Heideblüte ans Grüne Band

Frank Reißenweber stellt die Immergrüne-Bärentraube am Grenzstreifen vor. Bild: R. Cornelius
Frank Reißenweber stellt die Immergrüne-Bärentraube am Grenzstreifen vor. Bild: R. Cornelius

In einem weiten Bogen zog sich einst die innerdeutsche Grenze um das Coburger Land. Als die Grenze fiel, nahm die Natur Besitz vom Grenzstreifen.  Der Todesstreifen entwickelte sich zu einer Lebenslinie, in dem zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten ein Refugium fanden. Wo einst Minen steckten, blühen heute Silberdisteln und Enzian, jubilieren Lerchen, hoppeln Hasen.

Für den vergangenen  Samstag (03.09.2011) hatten der Landesbund für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Coburg, die LBV-Bezirksgruppe Oberfranken  und der Bund für Naturschutz und Umwelt zu einer Erkundung des Grünen Bandes eingeladen. Um die 60 Teilnehmer trafen sich am ehemaligen Grenzübergang Eisfeld-Rottenbach. Für die Exkursionsleitung hatte man Dr. Reiner Cornelius, den Autor der Grünen Band-Buchreihe „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ gewonnen. Unterstützt wurde er von Frank Reißenweber 1. Vors. des LBV-Coburg und von Dr. Dieter Franz, Vorstandsmitglied der Stiftung Naturschutz Thüringen. Vormittags ging es durch die Görsdorfer Heide, die in voller Blüte stand. Gewandert wurde auf dem ehem. Patrouillenweg der DDR-Grenzsoldaten. In der Nähe des Rottenbacher Moors traf man auf Burenziegen. Während die Herdenbesitzer, Vater und Sohn Rehberg  aus Eisfeld, erklärten, warum Ziegen besonders geeignete sind, um die Heide offenzuhalten, drängte sich der Bock schubsend und stoßend in den Vordergrund. „Wir haben ihn mit der Flasche aufgezogen und deshalb ist er sehr anhänglich“, erklärte Vater Rehberg.

Über die Trasse der ehemaligen Werratalbahn ging es zum Thüringer Röstenteich, der sich in der Abgeschiedenheit der 500m-Sperrzone zu einer Perle entwickelt hat, mit Seerosen  und einem Verlandungsmoor, in dem der Fleisch fressende Sonnentau blüht. Nach dem Mittagessen im Rottenbacher „Auerhahn“  standen die Langen Berge  auf dem Programm. Trotz schwüler Hitze waren noch immer über 40 Teilnehmer mit von der Partie. Weite Fernen, artenreiche Bauernwälder, Felder mit Biodinkel und Emmer, lichte Kiefernbestände, in denen Kuhschellen und Orchideen blühen. Mittendrin das Grünen Band mit seinen buntblumigen Rasenflächen, mit zahllosen Schmetterlingen, Heuhüpfern, Heidelerchen und Baumpiepern. So präsentiert sich die thüringisch-bayerische Grenzhöhen,  eine herbe Bilderbuchlandschaft, nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für Naturliebhaber und Wanderer.

Wer das Gründe Band-Coburg, - Grabfeld, -Rhön  auf eigene Faust entdecken möchte, der sei auf das Buch von Reiner Cornelius „Von der Rhön zum Thüringerwald“ hingewiesen. Der Autor führt zu verborgenen Naturschätzen, er besucht Fachwerkstädte, er trifft Wanderschäfer und schaut beim Bierbrauen zu. Dazu werden über 30 Tourenvorschläge präsentiert, die zu den schönsten Stellen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze führen. Leseproben und Bestellungen unter  www.grünes-band-wandern.de 


Am Dienstag, den 26. Juli 2011, war bei schönstem oberfränkischen We"dd"er wieder Sommerfest beim LBV-Coburg. Wie jedes Jahr öffnete hierfür die Greifvogelauffang- und Pflegestation wieder ihre Pforten. Zahlreiche LBV Mitglieder und Naturfreunde nutzten die Gelegenheit und informierten sich über die Arbeit mit den Greifvögeln und Eulen. Herr und Frau Senftleben sorgten mit Neustadter Bratwurst auf Kühla (Kiefernzapfen) gegrillt für gute Laune und auch das fränkische Bier war nicht zu verachten. Ulrich Leicht (Leiter der Greifvogelstation) erzählte von der Arbeit mit den Vögeln und beringte einen Mäusebussard. Der Zufall wollte es, dass ein junger Turmfalke direkt beim Sommerfest abgegeben wurde. Highlight war ein Uhu, welcher von Familie Vogt vorgestellt wurde. Die Größe des Vogels und seine gelben Augen sorgte bei den Gästen des Sommerfestes für Staunen. Für Kurzweil bei den Kindern, aber auch bei vielen Erwachsenen, sorgte Annette Beuerlein. Bei ihrem Naturquiz wurde so manche Wissenslücke aufgedeckt aber der Spass stand hier eindeutig im Vordergrund.

Wir freuen uns darauf auch Sie auf unserem nächsten Sommerfest begrüßen zu dürfen.

Wer mehr über die Greifvogelstation erfahren möchte- hier gehts weiter.

Sommerfest in der Greifvogelstation

Fotos: H. Schönecker: Turmfalke
Fotos: H. Schönecker: Turmfalke
Naturquiz
Naturquiz
Bier und Bratwurst
Bier und Bratwurst
Uhu
Uhu

Die Buntspechte erforschen die Natur

Bei ihrer Erkundung des Frühjahrswaldes entdeckten die Buntspechte alte Birnen-Stäublinge auf einem vermoderten Ast.

Bei den Buntspechten hat die Freiluftsaison begonnen. Im Februar waren die Jungen und Mädchen noch in einer kuschelig warmen Töpferwerkstatt und lernten dort, kleine Tiere aus Ton zu formen und zu bemalen. Doch beim Monatstreffen Ende März ging es schon raus in die Natur. Von Rudelsdorf aus durchstreiften die Kinder den Wald, um dort die ersten Frühjahrsblüher zu entdecken. Leberblümchen und Schneeglöckchen standen am Weg zu den Schafteichen.  Auch der im lichten Wald verborgene Seidelbast entging den Forscheraugen nicht.  Ob er aber gut oder doch eher nach Seife riecht, da gingen die Meinungen auseinander. Dass der Haselnussstrauch erst im Herbst die begehrten Nüsse, im Frühjahr aber die männlichen und weiblichen Blüten trägt, konnte ganz anschaulich erklärt werden. Fast zu lang dauerte den Buntspechtkindern das Auszählen der Jahresringe an den Baumstümpfen, die von den winterlichen Holzfällarbeiten zurückgeblieben waren. 

Jedes Kind entdeckte beim Durchstreifen des Waldes etwas Neues und Interessantes, das den jungen Naturschützern von ihren Betreuern erklärt wurde.

Das nächste Treffen der LBV-Kinder findet am 24. September in Bad Rodach statt. Neue Kinder bitte unter 09561/66498 oder annette-beuerlein@gmx.de anmelden.

Mehr zu den Buntspechten finden Sie hier!



Ehrungen langjähriger Mitglieder beim LBV Coburg

langjährige Mitglieder wurden vom 1. Vorsitzenden der LBV Kreisgruppe Coburg Frank Reißenweber ausgezeichnet
langjährige Mitglieder wurden vom 1. Vorsitzenden der LBV Kreisgruppe Coburg Frank Reißenweber ausgezeichnet

Am Dienstag den 22.02.2011 wurden bei der Jahreshauptversammlung des LBV Coburg, eine große Zahl Naturfreunde für ihre langjährige Mitgliedschaft beim LBV ausgezeichnet. Der 1. Vorsitzende Frank Reißenweber bedankte sich bei allen Mitgliedern für ihr Treue und ihr Engagement für den Naturschutz. Der Tätigkeitsbericht des 1. Vorsitzenden umfasste die Stiftungen, Naturschutzflächen und die Einrichtung einer Geschäftsstelle. Das Jahr 2010 war für Frank Reißenweber eines der ereignisreichsten in der Geschichte der Kreisgruppe. Nach dem Kassenbericht vom Schatzmeister Michael Kelber richtete auch Bezirks-geschäftsstellenleiter Helmut Beran ein paar Worte an die Kreisgruppe. Er bedankte sich für die hervorragende Naturschutzarbeit und verabschiedete sich in seiner jetzigen Tätigkeit von der Kreisgruppe Coburg. Helmut Beran wird in die Landesgeschäftsstelle nach Hilpoltstein wechseln. Einen krönenden Abschluss fand die Jahreshauptversammlung durch den Leiter der Vogelauffangstation Neu- Neershof Ulrich Leicht. Mit seinen lebhaften Ausführungen über die Pflege und Arbeit mit den Greifvögeln war ihm die volle Aufmerksamkeit der Gäste garantiert. Der LBV Coburg dankt all seinen Mitglidern und Freunden für ihr Unterstützung.


Verstärkung für das Werbeteam

Die Verstärkung des Werbeteams beim LBV: Josef, Holger, Dimitriadis und Hendrik
Die Verstärkung des Werbeteams beim LBV: Josef, Holger, Dimitriadis und Hendrik

Stunde der Wintervögel- Coburg war Spitze

Bei der Stunde der Wintervögel vom 6.- 9. Januar wurden im Coburger Land von 525 Teilnehmern rund 17000 Vögel gezählt! Auf die Einwohnerzahl gesehen war dies die höchste Beteiligung in ganz Bayern! In der Stadt Coburg kamen auf jeden Garten ca. 33 Vögel, im Landkreis 46 Vögel. Der ehemals häufigste Vogel, der Haussperling, belegt im Landkreis nach der Kohlmeise nur noch Platz 2. In der Stadt landete er abgeschlagen auf Platz 5. Dieser Trend ist in ganz Deutschland festzustellen. Die großen Spatzentrupps, die von jedem Dach pfeifen, sind in manchen Gemeinden schon ganz verschwunden. Verbreitetster Vogel ist die Amsel. Dieser ehemals scheue Waldvogel hat etwa 96 % aller Gärten in Stadt und Land erobert. Hier hat eine beispiellose Anpassung an den Menschen stattgefunden. Auch das Verhalten vieler anderer Vogelarten verändert sich langsam. Allein 383 Stare wurden im Coburger Land gezählt. Dieser ehemalige Zugvogel scheint sich an die milden Winter der letzten 10 Jahre anzupassen. Ebenso der Storch. Bayernweit haben an 36 Standorten jeweils ein oder zwei Störche auf einen milden Winter gesetzt. Sie sind damit ihren ziehenden Artgenossen beim Kampf um die besten Brutplätze überlegen. Pünktlich zur Vogelzählung sind auch unsere nordeuropäischen Wintergäste eingetroffen. So wurden hunderte Bergfinken und Erlenzeisige gesehen. Auch ein Trupp Seidenschwänze und 2 Birkenzeisige wurden gemeldet.

Seltenste Beobachtungen am Futterhaus waren ein Eisvogel und ein Fichtenkreuzschnabel.

 Der LBV Coburg dankt allen Vogelfreunden für ihre Teilnahme.

Häufigste Vögel Landkreis Coburg

Häufigste Vögel Stadt Coburg

1.       Kohlmeise

1 Kohlmeise

2.       Haussperling

2 Amsel

3.       Amsel

3 Blaumeise

4.       Feldsperling

4 Grünfink

5.       Blaumeise

5 Haussperling

6.       Grünfink

6 Feldsperling

7.       Goldammer

7 Buchfink

8.       Buchfink

8 Schwanzmeise

9.       Star

9 Rotkehlchen

10.   Erlenzeisig

10 Kleiber

 

 


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