Betonflut: Podiumsdiskussion am 27. September

Michael Dorant
Michael Dorant

 

Warum wird am Dorfrand ein neuer Discounter gebaut, während alte Gewerbegebiete verwaist stehen bleiben? Warum werden in vielen Gemeinden im Landkreis neue Baugebiete ausgewiesen, während im Dorfkern Häuser leer stehen? Jeden Tag verschwindet in Bayern 13 Hektar Natur unwiederbringlich unter einer Schicht Beton. Das ist so viel wie die Hälfte des Coburger Hofgartens. Muss das sein? Welche Folgen und welche Lösungen gibt es? Das Coburger Aktionsbündnis gegen die Betonflut fordert eine tägliche Begrenzung auf immerhin fünf Hektar und lädt Sie ganz herzlich zur Podiumsdiskussion „Bunte Blumen oder Beton?“ am Donnerstag, 27. September, im Münchner Hofbräu, Großer Saal, Kleine Johannisgasse 8, Coburg ein. Zur Einführung wird ab 19:30 Uhr ein Film des Bayerischen Rundfunks gezeigt. Anschließend debattieren kontrovers Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der Uni Bayreuth, Frank Rebhan, Oberbürgermeister von Neustadt bei Coburg und Bezirksvorsitzender des Bayerischen Städtetags, Tom Konopka vom Bund Naturschutz sowie Tobias Ehrlicher, Bürgermeister in Bad Rodach und Vertreter des bayerischen Gemeindetages. Diskutieren Sie mit! Der Eintritt ist frei.

 

  • Was? „Bunte Blumen oder Beton?“ Coburger Podiumsdiskussion zum Flächenfraß
  • Wann? Donnerstag, 27. September, 19:30 Uhr
  • Wo? Münchner Hofbräuhaus in der Innenstadt, Kleine Johannisgasse 8 in Coburg
  • Wieviel? Der Eintritt ist frei.

 

Die Diskussionsteilnehmer sind der Meinung:

Manfred Miosga, Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der Uni Bayreuth, ist beim Flächenverbrauch für eine klare Begrenzung, plädiert jedoch für einen schrittweisen, sanften Übergang und dass bei Städteplanungen vorab Innenentwicklungspotenziale gecheckt werden müssen. „Viele Verantwortliche sind überrascht, wieviele Entwicklungsmöglichkeiten es in ihrem Ortskern gibt. Man muss oft nicht auf der grünen Wiese neu bauen.“

 

Frank Rebhan, Oberbürgermeister von Neustadt bei Coburg und Bezirksvorsitzende des Bayerischen Städtetags der Meinung, dass die kommunale Selbstverwaltung ein hoher Wert ist und nicht weiter ausgehöhlt werden darf.

 

Tom Konopka vom Bund Naturschutz ist beim Flächenverbrauch der Meinung, dass die freiwillige Selbstbeschränkung der Gemeinden nichts nützt, weil die Gemeinden in Konkurrenz miteinander stehen, und deswegen nur Gesetze die Betonflut eindämmen können. Jeden Tag wird irgendwo in Bayern ein großes Stück Natur gnadenlos zerstört. Der Lebensraum für die Pflanzen und Tiere wird immer kleiner, viele Arten sterben bald unwiederbringlich aus, die grünen Flächen in Bayern werden immer weniger, während häufig ungenutzte Betonwüsten entstehen: Ungenutzte Einkaufshallen stehen leer, Gewerbegebiete versinken in Vergessenheit. Warum man hier die Natur zerstören musste, weiß dann niemand mehr so genau – aber wieder belebt wird die Betonwüste auch nicht. Lieber an einem anderen Ort wieder grüne Natur zerstören und neu bauen. Auch die Regelung der Ausgleichsflächen ist eine Frechheit: Bis sich auf den neu angelegten Ausgleichsflächen ein ökologisches Gleichgewicht aufbauen würde, dauert es fast 50 Jahre. Wenn wir Beton grün anstreichen, dann ist es trotzdem noch nicht Natur.

 

Tobias Ehrlicher, Bürgermeister in Bad Rodach und Vertreter des bayerischen Gemeindetages, ist beim Flächenverbrauch der Meinung: "Wir Kommunen müssen uns genau im Klaren sein, welche Entwicklung für uns sinnvoll ist. Natur, Lebensqualität und auch wirtschaftliches Handeln müssen in Einklang gebracht werden. Innen- vor Außenentwicklung ist das Ziel. Jedes unbebaute Grundstück im Ortskern produziert einen Neubau am Ortsrand."

 


Brose-Auszubildende leisten Erste Hilfe im LBV-Vogelkrankenhaus

Neun Auszubildende von Brose haben in der LBV-Greifvogelstation diesen Teich angelegt.
Foto: Andreas Schirmer, Brose
Neun Auszubildende von Brose haben in der LBV-Greifvogelstation diesen Teich angelegt.
Foto: Andreas Schirmer, Brose

 

Gut gelaunt und mit Begeisterung unterstützten neun Auszubildende des Automobilzulieferers Brose das Vogelkrankenhaus des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) in Neu-Neershof. An zwei Tagen Ende Juli schaufelten sieben junge Männer und zwei junge Frauen im Alter von 17 bis 19 Jahren fleißig Erde hin und her.

 

Eigentlich waren die angehenden Mechatroniker gekommen, um den Teich vor der LBV-Greifvogelstation zu erneuern: Wasser raus, Pflanzen raus, Schlamm raus, alte Teichfolie raus, dann das Erdloch neu formen und wieder neuen Teichvlies und neue Teichfolie hinein. Der Teich war jedoch nicht die einzige Sorge von Stationsleiter Ulrich Leicht. Im Innenhof der Vogelauffangstation häuften sich nämlich nach einer Pflasteraktion die Erdmassen. Die jungen Leute packten gleich tatkräftig an und fuhren unglaubliche zirka 100 Schubkarren voll Erde hinaus zum neuen Teich. Dort konnten sie die Erde auch gut gebrauchen, um einen schönen Wall anzulegen.

 

Ulrich Leicht ist sehr dankbar: „Ohne die Hilfe der jungen Leute hätte ich das nie geschafft!“ Er betreut ehrenamtlich seit unglaublichen 29 Jahren die Vogelauffangstation in Neu-Neershof quasi alleine und rettet pro Jahr zwischen 50 und 100 seltenen Wildvögeln das Leben. Deren Pflege ist nur ein Teil von Ulrich Leichts täglicher Arbeit: Genauso muss die großflächige Anlage unterhalten und gepflegt werden. „Für mich waren die jungen Leute eine super Hilfe, vielen Dank dafür!“

 

Für den Arbeitseinsatz gab es einen besonderen Lohn: Die Auszubildenden durften nämlich das Vogelkrankenhaus anschauen, das sonst für Besucher verschlossen bleibt, damit die gefiederten Pfleglinge in Ruhe gesund werden können. „Einmal auf diese Weise Greifvögel aus nächster Nähe anzuschauen, war schon beeindruckend“, sagt die 17-jährige Celina. Den jungen Leuten hat die gesamte Aktion gut gefallen: „Sie bot eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag“, meint Niklas.

 

Dass die Auszubildenden sich auch außerhalb ihrer betrieblichen Aufgaben bei einer gemeinnützigen Organisation engagieren, wird von ihrem Ausbildungsbetrieb ausdrücklich begrüßt: „Unser jüngster Nachwuchs engagiert sich regelmäßig in sozialen Projekten. Unserem Familienunternehmen und auch mir persönlich ist es ein großes Anliegen, den Auszubildenden zu zeigen, dass es nicht viel braucht, um Verantwortung zur aktiven Mitgestaltung des gesellschaftlichen Umfelds wahrzunehmen“, betont Ausbilder Andreas Schirmer.


Christian Fischer ist der neue Gebietsbetreuer

Christian Fischer im Fotoshooting mit Pressefotograf Frank Wunderatsch
Christian Fischer im Fotoshooting mit Pressefotograf Frank Wunderatsch

 

Der Kiebitz hat es bei uns nicht mehr leicht. Er und die anderen Wiesenbrüter wie die Bekassine, das Braunkehlchen, der Wiesenpieper und der Wachtelkönig sind auch im Coburger Landkreis stark rückläufig. Die Vögel, die in lückigen Feuchtwiesen brüten, haben bei der heute üblichen großflächig einheitlichen Wiesenbewirtschaftung mit den häufigen und frühen Schnitten, mit den Entwässerungen von Nassbereichen, der Insektenarmut, und der auf hohen Mengenertrag ausgerichteten Düngung keinen Platz mehr. So stehen sie heute alle als „vom Aussterben bedroht“ auf der Roten Liste der gefährdeten Brutvogelarten Bayerns.

 

Um die seltenen Vögel im Coburger Land zu retten, hat der Landesbund für Vogelschutz jetzt einen neuen Gebietsbetreuer eingestellt. In Trägerschaft des Landesbund für Vogelschutz wird die neue Stelle für drei Jahre vom Bayerischen Naturschutzfonds, einer Stiftung des öffentlichen Rechts, finanziert. Seit dem 1. Juli hat Christian Fischer seine Arbeit im Coburger Land aufgenommen. Mit Fernglas sucht er zum Beispiel den Itzgrund, die Glender Wiesen und das Gebiet um den Goldbergsee ab, um Wiesenbrüter zu entdecken und im Erfolgsfall mit den betreffenden Landwirten über Nestschutzzonen zu reden, damit diese die Nester umfahren. Dafür kann der Landwirt dann eine Ausfallprämie in Anspruch nehmen. Oder die Wiese kann in ein Förder- und Extensivierungsprogramm aufgenommen werden, was meist gerne angenommen wird. Der neue Gebietsbetreuer ist also Ansprechpartner vor Ort und Schnittstelle zwischen den Behörden, den Landwirten und dem Naturschutz. Auch Exkursionen und Führungen für die breite Öffentlichkeit will der 46-jährige Christian Fischer anbieten. Der gebürtige Traunsteiner lebt jetzt im Itzgrund und hat zuletzt als freiberuflich tätiger Förster und Ornithologe unsere Vogelwelt schon seit Jahren beobachtet. Der LBV freut sich, einen so kompetenten Mitarbeiter für sich gewonnen zu haben.

 

Am 7. August wurde unser neuer Gebietsbetreuer der Presse vorgestellt. Dazu war eigens der LBV-Landesvorsitzende Dr. Norbert Schäffer nach Coburg angereist. Gemeinsam mit ihm, dem Coburger LBV-Kreisvorsitzenden Frank Reißenweber, Dr. Herbert Rebhan von der Regierung von Oberfranken, Evelyn Pilz von der Untereren Naturschutzbehörde und den zwei Ornithologen Volker Weigand und Klaus Fritz trat der neue Gebietsbetreuer Christian Fischer vor die Presse und stellte sich vor.

 

Hier finden Sie den Artikel der Neuen Presse Coburg.

Hier finden Sie den Artikel des Coburger Tageblatts.


Schön war das Sommerfest!

Ulrich Leicht stellt den Gästen des Sommerfests einen seiner Pfleglinge vor
Ulrich Leicht stellt den Gästen des Sommerfests einen seiner Pfleglinge vor

 

Zum Sommerfest des LBV kamen trotz der Hitze überraschend viele Leute. Nachdem die Festgäste durch die pittoreske Anlage flaniert waren, begrüßte sie der Kreisvorsitzende Frank Reißenweber. Der Stationsleiter stellte anschließend in seiner amüsanten, lockeren Art zunächst die Anwesenden und anschließend die neuesten Pflegefälle des Vogelkrankenhauses vor. Wie in jedem Jahr sind die Turmfalken die häufigsten Patienten von Ulrich Leicht, und einen führte er den staunenden Gästen gleich vor. Er unterstrich auch noch einmal, dass die meisten Vögel, die zu ihm gebracht werden, wieder frei gelassen werden können. Manche sind jedoch so schwer verletzt, dass sie – so traurig das ist – beim Tierarzt eingeschläfert werden müssen. Apropos Tierarzt: Ulrich Leicht bedankte sich ganz herzlich bei Tierarzt Dr. Bernd Wicklein aus Lautertal, der zum Sommerfest ebenfalls gekommen war. Der Stationsleiter sei mit seinen gefiederten Patienten bereits ein Dauergast bei Dr. Wicklein und dieser behandle alle von ihm vorgestellten Wildvögel dankenswerterweise kostenlos. Einen besonderen Erfolg konnte Ulrich Leicht auch noch verbuchen: Er konnte eine junge Wiesenweihe retten und aufpäppeln. Nächste Woche kann er sie voraussichtlich wieder frei lassen. Die junge Wiesenweihe war im Landkreis Hildburghausen gefunden worden. Beim Mähdrusch wäre sie fast getötet worden. Ihre Geschwister konnten gerade noch wegfliegen, als der Mähdrescher aufs Feld fuhr, aber sie war zu noch zu klein. Sie wurde gefunden und in die Vogelauffangstation gebracht, wo sie von Ulrich Leicht aufgezogen wurde. Die Wiesenweihe war in Bayern bereits ausgestorben, als sich durch ein LBV-Artenhilfsprogramm in Unterfranken eine Feldbrüterpopulation etablieren ließ. Deswegen ist das ein gutes Zeichen, dass die Art jetzt vor unserer Haustüre steht und eventuell auch schon bei uns unerkannt gebrütet hat.

 

Bei Sonnenuntergang verließen dann die letzten Gäste das diesjährige Sommerfest. Viele hatten die wunderschön gepflegte Anlage angeschaut, deren Türe ansonsten das Jahr über verschlossen bleiben. Zum Sommerfest darf dann jeder einmal an ein kleines Guckloch im Vorlierenverschlag herantreten, und den gefiederten Patienten dahinter bewundern – wilde Greifvögel sieht man ja ansonsten doch nicht jeden Tag. Die Kinder hatten den Tag über nicht nur mit den Vögeln, sondern auch in der Betreuung von Iris Oelmann und Annette Beuerlein von der Kindergruppe ihren Spaß.

 

Wir dürfen gespannt sein auf das nächste Sommerfest, wenn die Greifvogelstation wieder ihre Pforten öffnet und sich wieder mit den neuen Patienten den interessierten Vereinskollegen präsentiert. Im nächsten Jahr feiert die Station nämlich 50-jähriges Jubiläum und bis dahin sollen noch die Volieren ertüchtigt werden. Für jede Spende dafür sind wir dankbar. Wir sind auch dankbar für die wunderschöne neue Pflasterung im Innenhof der Greifvogelstation, die die Firma Rainer Schmitt Dienstleistungen aus Neustadt ausgeführt hat. Rainer Schmitt hatte die Pflastersteine kostenlos besorgt und die Arbeiten besonders günstig ausgeführt, um den LBV zu unterstützen. Vielen Dank dafür!


Trauer um unseren Gerold Schlosser

 

Er rettete die Schleiereule im Coburger Land, er war 24 Jahre lang der zweite Vorsitzende der LBV-Kreisgruppe Coburg und hatte ein enormes Wissen über Nistkästen, das er bei unzähligen Infoständen an Interessierte weitergab. Und jetzt ist Gerold Schlosser mit nur 77 Jahren überraschend gestorben. Am 20. Juli fand in seinem Heimatort Weidhausen die Beerdigung statt; sehr viele Menschen und auch viele LBVler gaben ihm tief bewegt das letzte Geleit.

 

Hier finden Sie unseren Nachruf in der Zeitung.

 

Wir sind tief traurig über den tragischen Verlust. Viel zu früh wurde er aus dem Leben gerissen, und er wird uns sehr fehlen.

 

 

Bei unzähligen Info-ständen hat Gerold Schlosser uns vertreten. Unermüdlich engagierte er sich für die Eulen im Coburger Land und für den LBV. Sein Tod hat den LBV Coburg schwer getroffen. Viele von uns können noch gar nicht fassen, dass sie Gerold nicht mehr einfach mal eben kurz anrufen können
Bei unzähligen Info-ständen hat Gerold Schlosser uns vertreten. Unermüdlich engagierte er sich für die Eulen im Coburger Land und für den LBV. Sein Tod hat den LBV Coburg schwer getroffen. Viele von uns können noch gar nicht fassen, dass sie Gerold nicht mehr einfach mal eben kurz anrufen können

Märchenhafter Garten in Thierach

Mit dem LBV führte Carola Rückert am 17. Juni durch ihren Garten.
Foto: Cordelia Hiller
Mit dem LBV führte Carola Rückert am 17. Juni durch ihren Garten.  
Foto: Cordelia Hiller

 

Auf einer platten Wiese und ohne jegliche Vorkenntnisse hat Carola Rückert vor rund 30 Jahren in Thierach als junge Frau angefangen, ihren Garten aufzubauen – gerade fertig gebaut, frisch Mutter und der Mann auf Montage. Zunächst ließ sie aus einer benachbarten Baustelle Erde hertransportieren, die sich dann als völlig unfruchtbarer Tonboden entpuppte. Doch die gebürtige Holsteinerin gab nicht auf und trotzte allen Anfangsschwierigkeiten. Heute, rund 30 Jahre später, ist der 5000 Quadratmeter große Garten ein kunstvolles Refugium prachtvoller Staudenrabatte, sorgsam komponierten Pflanzen und Kunstobjekten. Der kleine Walnussbaum, den Carola Rückert mit ihrem Renault R4 damals von der Baumschule nach Hause transportierte, ist mittlerweile ein stolzer, 15 Meter hoher Baum, der die Terrasse großzügig beschattet. Auf den verwunschenen Wegen kommt man zu einem Pavillon und zu einem wunderschönen Teich. Der naturnahe Garten zeichnet sich auch ökologisch aus: Viele Singvogelarten und eine Buntspechtfamilie haben das Gelände längst für sich entdeckt. Die blütenreichen Säume, Wiesen und Rabatte locken eine Vielzahl von Insekten an, die wichtige Bestandteile dieses Ökosystems sind.

 

Im Sommer arbeite sie täglich bis zu 12 Stunden in ihrem Garten, berichtete Carola Rückert am 17. Juni gut gelaunt, als sie mit dem LBV durch ihren Garten führte. Alle Besucher waren schon vorher in den Genuss einer Vogelstimmenwanderung von Frank Reißenweber und eines Vortrags über Nisthilfen von Kai Schwämmlein gekommen. Nach einer Tasse Kaffee führte Carola Rückert durch ihren märchenhaften Garten und erzählte hier und dort kurze Anekdoten und gab wertvolle Tipps zur Gartenarbeit. Wer am 17. Juni nicht dabei sein konnte, kann auch im Rahmen der „offenen Gartenpforte" von Mai bis Oktober in Thierach wandeln, schauen, genießen und sich inspirieren lassen. Mehr Informationen finden Sie unter www.gartenundkunst-thierach.de.


Ein schöner Arbeitseinsatz mit den Geocachern

 

Unser steiler Hang am Plestener Spitzberg war bis vor ein paar Jahren ein dichter Wald, der vom Vorbesitzer gerodet worden war. Die Fläche wurde aufgrund einer Biotopvernetzung – oben auf dem Berg befindet sich eine isolierte Orchideenwiese – nicht wieder aufgeforstet werden, sondern soll sich zu einem Magerrasen entwickeln. Hierfür ist die ersten Jahre eine intensive Pflege nötig und vor allem eine regelmäßige Entbuschung.

 

An einem sonnigen Samstag Ende April war es dann so weit: Mit Gartenhacken, Astscheren, Rechen und Harken rückten über 20 Leute an, um die Brombeeren und andere Stauden zurückschneiden und Teile der alten Streuauflage aus dem Hang zu holen. Die mühsame Arbeit teilten sich die LBVler an diesem Tag mit den Geocachern: Bei diesen stand die Landschaftspflegeaktion unter dem Motto "Green Smile", die beweisen soll, dass den Geocachern Naturschutz am Herzen liegt, und sie die Natur nicht nur als Versteck ihrer GPS-Schnitzeljagd sehen.

 

Wir sagen allen Beteiligten vielen herzlichen Dank für ihren Einsatz. Vielen Dank auch an Alexander Hamann, der die Gemeinschaftsaktion angeregt hat. Und vielen Dank an alle Geocacher für den interessanten Austausch.

vorher
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nachher
nachher

Jahreshauptversammlung „2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr“


Treue Mitgliedschaft: Bei der Jahreshauptversammlung am 27. Februar ehrte der Erste Vorsitzende Frank Reißenweber die sechs folgenden Mitglieder für ihre 30-jährige Zugehörigkeit zum LBV: Heiko Glüer für den Obst- und Gartenbauverein Waldsachsen, Christl Arbeiter, Dietmar Benkert für die SÜC, Hermann Cohrs, Harald Fischer sowie Helmut Bräcklein (von links).
Foto: Hans Schönecker
hallo

 

Die Rückkehr des Steinkauzes ins Coburger Land, die Botanik-Exkursion mit Jürgen Feder, die wiedergefundene Feldgrille bei Herreth, verschiedene Auszeichnungen von LBV-Mitgliedern durch die bayerischen Umweltministerin und über 50 kostenlose Veranstaltungen zum Thema Umwelt und Naturschutz: Das Jahr 2017 war für den LBV Coburg ein sehr erfolgreiches und abwechslungsreiches Jahr. Das betonte der Erste Vorsitzende Frank Reißenweber in seinem Tätigkeitsbericht bei der Jahreshauptversammlung 2018, die am 27. Februar im Gasthaus Kaiser in Dörfles-Esbach stattfand. Die Mitgliederzahl des LBV Coburg sei vergangenes Jahr auf rund 3000 Mitglieder angestiegen. Frank Reißenweber freute sich: „Daran sieht man, dass den Coburgern ihre Natur wichtig ist.“ Sechs Mitglieder wurden bei der Jahreshauptversammlung für ihre treue Mitgliedschaft auch gleich ausgezeichnet, darunter die SÜC und der Waldsachsener Gartenbauverein, für die Vertreter gekommen waren. Freilich waren es noch viel mehr Jubilare, die jedoch an diesem Termin verhindert waren und ihre Urkunde nun zugeschickt bekommen.

 

Frank Reißenweber stellte auch noch einmal kurz das wichtige Projekt „Agrarlandschaft Oberfranken“ vor, das nun 2018 anläuft: In einer einzigartigen Zusammenarbeit von Naturschutz, den Jägern und dem Bauernverband sollen Fakten zusammengetragen werden, welche Agrarförderung der Natur wirklich hilft. Und der Stadt Coburg habe man ein Konzept unterbreitet, wie unbewirtschaftete städtische Wälder naturfreundlicher werden könnten. Empfohlen wurde auch, den Coburger Stadtwald FSC zertifizieren zu lassen.

 

Er dankte allen Arbeitsgruppen und Ortsgruppen für ihre vorbildliche Arbeit und die guten Einzelergebnisse. Der LBV hat die Arbeitsgruppen Ornithologie, Eulenschutz, Störche, Vogelauffangstation, Fledermäuse, Botanik, Mykologie, Insekten, Biotoppflege sowie die Kindergruppe, die sich alle zusammen für den Naturschutz im Coburger Land einsetzen. Der LBV freut sich immer, wenn sich jemand ehrenamtlich engagieren möchte.

 

 

Auch die Ortsgruppe Neustadt traf sich zur Jahreshauptversammlung. Am 20. Februar wurden bei dieser Gele-genheit langjährige Mitglieder geehrt. Von links: Andreas Ritter, Freimut Brückner, Petra Altrichter, Dr. Hubert Kluger und Elisabeth Faber.


Petra Altrichter ist nun ein "Grüner Engel"

Das bayerische Umweltministerium ehrte jetzt Petra Altrichter für ihr Engagement im Naturschutz und zeichnete sie mit dem „Grünen Engel“ aus. Foto: StMUV
Das bayerische Umweltministerium ehrte jetzt Petra Altrichter für ihr Engagement im Naturschutz und zeichnete sie mit dem „Grünen Engel“ aus.        Foto: StMUV

 

Die stellvertretende Leiterin der LBV-Ortsgruppe Neustadt bei Coburg, Petra Altrichter, ist jetzt am 2. März in Bayreuth vom Bayerischen Umweltministerium mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet worden. In der Laudatio lobte die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, die Insektenspezialistin als leidenschaftliche Naturschützerin, die einen großen Teil ihrer Freizeit für ihre vielfältigen ehrenamtlichen Aufgaben einsetzt: „Als begabte Naturfotografin versteht sie es in hervorragender Weise dem Betrachter Schönheit und Wert unserer Natur eindrucksvoll zu vermitteln. Darüber hinaus erfasst sie die Bestände der heimischen Blütenpflanzen und beteiligt sich an der Kartierung der heimischen Tagfalterfauna sowie der Erfassung von Quellstandorten im Raum Neustadt bei Coburg. Ihre Mitwirkung bei der Gestaltung von Biotopen rundet ihr vielfältiges Wirken ab.“ Petra Altrichter freute sich über den Preis sehr. Eine Orchideen-Wanderung des LBV in Neustadt weckte vor jetzt 18 Jahren ihre Faszination für die Natur. Sie befasste sich eingehender mit wildwachsenden Orchideen und begann, die wunderschönen Blumen und später auch Insekten mit der Kamera festzuhalten. "Mit der Unterstützung des LBVs habe ich mich zu einem richtigen Artenkenner entwickelt", erzählt die Neustadterin. Heute macht die 63-Jährige wirklich herausragende Naturfotos und kennt jeden einzelnen heimischen Tagfalter mit dem Namen.  

Aus Neustadt war der 3. Bürgermeister Martin Stingl mit angereist und überreichte Petra Altrichter einen Blumenstrauß. Bereits im vergangenen Jahr ist der Leiter der Ornithologischen Arbeitsgruppe des LBV Coburg, Volker Weigand, mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet worden. Mit diesem Preis würdigt das bayerische Umweltministerium jedes Jahr bayernweit symbolisch Menschen für ihr vorbildliches Engagement im Umweltbereich. Dies erfolgt im Rahmen des „Natura 2000“-Programms, in dem sich europäische Staaten gemeinsam für den Naturschutz einsetzen. In Deutschland sind dafür die Bundesländer zuständig. Deswegen hat nun auch das bayerische Umweltministerium den Preis verliehen.

 

HIER erfahren Sie mehr über die Arbeitsgruppe Insekten.

 

Am 21. Juli 2018 führt Petra Altrichter durch die heimische Natur zu einer Schmetterlingswanderung.

 

 


Der LBV Coburg hat jetzt einen „Grünen Engel“

Die bayerische Umweltministerin würdigte jetzt Volker Weigand aus Meeder für sein Engagement im Naturschutz und zeichnete ihn mit dem „Grünen Engel“ aus. Foto: StMUV
Die bayerische Umweltministerin würdigte jetzt Volker Weigand aus Meeder für sein Engagement im Naturschutz und zeichnete ihn mit dem „Grünen Engel“ aus. 	      		Foto: StMUV

 

Die Natur kennt keine politischen Grenzen. Deswegen ist es unbedingt notwendig, dass die Staaten beim Naturschutz zusammenarbeiten. Dies erfolgt europaweit unter dem Titel „Natura 2000“, unter dem sich die EU-Mitgliederstaaten zum Ziel gesetzt haben, die biologische Vielfalt in Europa zu schützen und ein zusammenhängendes Netz europäischer Schutzgebiete aufzubauen. In Deutschland sind dafür die Bundesländer zuständig. Dementsprechend war es die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die nun (1. Juni) in Eching bei München Volker Weigand vom Landesbund für Vogelschutz Coburg mit dem „Grünen Engel“ ausgezeichnet hat. Mit einer Ehrennadel und einer Urkunde würdigt jedes Jahr das bayerische Umweltministerium symbolisch Menschen für ihr vorbildliches Engagement im Umweltbereich.

 

In diesem Jahr waren es elf Personen, die den „Grünen Engel“ verliehen bekommen haben, darunter einer aus Oberfranken, nämlich Volker Weigand aus Meeder. Der Leiter der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des LBV Coburg, dokumentiere mit seiner Gruppe seit vielen Jahren den Vogelbestand im Coburger Raum, insbesondere im Bereich des Vogelschutzgebietes Glender Wiesen und Goldbergsee, so begründete die Umweltministerin seine Auszeichnung in der Laudatio. „Der amtliche Naturschutz profitiert in erheblichem Maße von seinem ehrenamtlichen Engagement.“ Von den Spezialisten der Arbeitsgruppe seien sage und schreibe 190 Vogelarten in diesem Gebiet festgestellt worden. „Auch bei der Besucherlenkung und der Öffentlichkeitsarbeit setze sich die Arbeitsgruppe sehr für den Naturschutz ein. Seine Gruppe beteilige sich beispielweise an der weltweiten „Birdwatch-Veranstaltung“ und führe Exkursionen zur Vogelbestimmung durch, so die Ministerin in der Laudatio weiter.

 

Es war sein Großvater, der ihm die Liebe zur Natur nahe brachte, sagte Volker Weigand, der schon mit 13 Jahren in die damalige Naturschutzjugendorganisation „Deutscher Jugendbund für Naturbeobachtung“ (DJN) eingetreten ist. Seit 1988 engagiert er sich beim Landesbund für Vogelschutz und freut sich jetzt über die Auszeichnung sichtlich. „Umweltschutz ist Lebensschutz. Eine intakte Umwelt ist für alle Menschen die Lebensgrundlage, und für die Landwirtschaft die Existenzgrundlage!“


Hier erfahren Sie mehr über die Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft des LBV Coburg.

 

Der nächste Birdwatch findet am 1. April am Goldbergsee statt.

 

 

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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