Der Star des Jahres 2018: der Star!

Der Star ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten.
Foto: Hubert Kluger

Der Star ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten.				      
Foto:  Hubert Kluger

Der LBV und der NABU haben zusammen den Star (Sturnus vulgaris) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählt. Obwohl mit dem Zusatz „vulgaris“ als Allerweltsvogel betitelt und dem Menschen als häufige Vogelart vertraut, ist der Vogel des Jahres 2018 doch eher der „Star“ unter den Vögeln. Egal, ob Polizeisirenen, Handy-Klingeltöne oder das Brummen eines Rasenmähers: Der Star ist ein begnadeter Imitator von Tönen. Das musikalische Multitalent zeigt sich als Star unter den Vögeln auch gerne im glanzvollem Gewandt – allerdings nur einige Monate im Jahr: Wer den Star einmal im Frühjahr und dann wieder im Herbst betrachtet, könnte denken, zwei verschiedene Vögel gesehen zu haben. Im Frühjahr zeigt sich der Star in einem schwarzen Gefieder, das je nach Lichteinfall metallisch grün, blau oder violett glänzt. Im Spätsommer nach der Mauser glänzt das Federkleid weniger und ist mit einem regelrechten Perlmuster überzogen. Doch pünktlich zur neuen Brutsaison schillern die Vögel wieder in elegantem Schwarz mit Glanzeffekt.

 

Die Nahrung des Stars ist abhängig von den Jahreszeiten. Im Frühjahr stehen Kleintiere aus dem Boden auf dem Speiseplan. Im Sommer und Herbst schätzen Stare zusätzlich Früchte und Beeren. Beim Lebensraum ist er nicht wählerisch. Nur zwei Dinge benötigt er zum Glücklichsein: Bäume oder Gebäude mit geeigneten Bruthöhlen und offene Nahrungsflächen mit niedriger Vegetation in maximal 500 Metern Entfernung.

 

Der schillernde Geselle ein typisches Beispiel für den stillen Rückgang der häufigen Vogelarten, denn sein Bestand nimmt stetig ab. In der aktuellen deutschlandweiten Roten Liste der Brutvögel wurde der Star von „ungefährdet“ (2007) auf „gefährdet“ (2015) hochgestuft und übersprang damit prompt die so genannte Vorwarnliste. „Seine Präsenz in unserem Alltag täuscht, denn der Starenbestand nimmt ab. Es fehlt an Lebensräumen mit Brutmöglichkeiten und Nahrung – insbesondere verursacht durch die industrielle Landwirtschaft“, sagt Heinz Kowalski, NABU-Präsidiumsmitglied. „Der Rückgang von Weideviehhaltung, der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft sowie das Fehlen ausreichender Brutmöglichkeiten in alten Bäumen oder Gebäudenischen machen ihm das Leben immer schwerer“, erklärt die LBV-Biologin Christiane Geidel.

 

Dabei kann jeder Gartenbesitzer den Staren helfen: Auch wenn kein Weidevieh gehalten werden kann, kann man Nistkästen aufhängen und beerentragende Gehölze wie Wildbirne, Kornelkirsche, Schneeball, Weißdorn, Felsenbirne, Holunder, Hartriegel und Liguster pflanzen, von deren Früchten er sich ernähren kann.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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