Der Wanderfalke kehrt zurück

Der Morizkirchturm gefällt dem Wanderfalken recht gut. Foto: Dieter Bassing

 

Erster Brutnachweis seit 1884

 

Ein Wanderfalkenpaar hat 2016 im Morizkirchturm gebrütet. Dabei handelt es sich um den ersten  Brutnachweis im Coburger Land seit 1884! Vor 132 Jahren brüteten Wanderfalken bei Fürth am Berg – vermutlich in der alten Ruine, die damals noch hoch aus dem Wald ragte. Die Wanderfalken waren in den 70er Jahren in Bayern außerhalb der Alpen ausgestorben. Durch konsequenten Schutz besiedelt die Art jetzt wieder (fast) ganz Bayern – leider jedoch bislang nicht bei uns, denn mangels Naturfelsen ist der Coburger Landkreis auch kein erstklassiges Wanderfalkengebiet.

 

Während der Wintermonate konnte man zwar immer wieder Wanderfalken beobachten, aber diese waren immer nur auf Durchreise bei uns. Auch gab es immer wieder Brutversuche, die aber nie erfolgreich  verliefen. Um den Wanderfalken im Coburger Land wieder fest anzusiedeln, hatte der LBV bereits vor einigen Jahren an der Veste Coburg und am Müllheizkraftwerk Wanderfalkenkästen installiert. Der  Morizkirchturm als künstlicher Felsen gefiel dem Falken aber offensichtlich besser – vielleicht, weil hier in der Coburger Innenstadt die meisten Stadttauben, seine Hauptnahrung, leben.

 

Mitte September befreite ein Team vom LBV die Turmspitze von Taubenkot, damit ein Schreiner im Auftrag von Dieter Bassing des Stadtbaumts das Anflugbrett des Wanderfalken-Nistkastens vergrößern konnte. Die Zeitung berichtete groß. Bei der Putzaktion wurde ein nicht ausgebrütetes Ei gefunden – das erste Coburger Wanderfalkenei seit 1884. Außerdem kam die Idee auf, im Nistkasten eine Webcam zu installieren, um die Wanderfalken fortan live beobachten zu können. Die Gespräche mit der Stadt und möglichen Sponsoren dauern an.

 


Erfolgreiche Schwarzstorch-Brut!

Junge Schwarzstörche im Horst
Junge Schwarzstörche im Horst

Sensation an der Landkreisgrenze!

Bereits im Mai entdeckte unser OAG-Aktiver Konrad Weichert in seinem Jagdrevier bei Ebersdorf einen Schwarzstorch-Horst mit Altvogel. Mittlerweile sitzen dort zwei oder sogar drei Jungstörche im Nest - noch mit dem weißen "Küken"-Flaum, aber bereits äußerst kräftig! Der äußerst seltene Fund gelang nur wenige hundert Meter von der Landkreisgrenze zu Coburg entfernt im Lichtenfelser Forst.

Rund um die abgebrochene Fichte, welche das Schwarzstorchen-Paar für sein Nest wählte, ruhen nun die forstlichen Arbeiten für die diesjährige Brutzeit. Auch einige Waldwege wurden befristet für Passanten gesperrt, um der empfindlichen Vogelart Ruhe für die Jungenaufzucht zu verschaffen.




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