Die Bekassine - Vogel des Jahres 2013

Bekassine Foto:Nabu Willi Rolfes
Bekassine  Foto:Nabu Willi Rolfes

 

Die Bekassine (Gallinago gallinago) wurde zum Vogel des Jahres 2013 gewählt. Das unverwechselbare Merkmal des etwa taubengroßen Schnepfenvogels ist sein überproportional langer und gerader Schnabel. Damit stochert er in Flachwasserstellen, in Sumpfböden und schlammigen Bereichen nach Nahrung. Sein Lebensraum sind Feuchtgebiete, sumpfige Wiesen und Moore. Die Bekassine ist somit auch Botschafter für andere Rote-Liste-Arten wie den Großen Brachvogel, Kiebitz, Uferschnepfe, Rotschenkel, Wachtelkönig, Schafstelze und Braunkehlchen, die ebenfalls auf diese immer seltener anzutreffenden Lebensräume angewiesen sind. In Deutschland leben heute etwa 5 500 bis 6 700 Bekassinen als Brutvögel. Das ist nur noch die Hälfte des Bestandes vor 20 Jahren.

 

Die heimlich lebende Bekassine ist durch ihre rot-braun-weiße Färbung im hohen Uferbewuchs gut getarnt. Wenn sie in der Dämmerung zögerlich aus der Deckung tritt bewegt sie sich meist geduckt. Dabei kommen ihr der gedrungene Körperbau und die kurzen Beine zu gute. Auch das Bodennest wird gut versteckt zwischen Halmen und Zwergsträuchern angelegt. Bekassinen brüten nur auf reich strukturiertem Feuchtgrünland mit unterschiedlich hoher Vegetation. Ab Ende April legt das Weibchen meist vier graue bis olivfarbene gesprenkelte Eier. Nach einer Brutzeit von zwanzig Tagen verlassen die Kleinen das Nest und suchen, geführt von den Eltern, bereits selbständig nach Nahrung. Um ihre noch nicht flugfähigen Jungen vor Fressfeinden zu schützen, wenden die Altvögel den Trick des Verleitens an. Dabei täuschen sie Verletzungen vor und kriechen flatternd, mit hängenden Flügeln, über den Boden. So locken sie Feinde vom Nest fort und fliegen im letzten Moment auf, um sich in Sicherheit zu bringen.

 

Viel eher als zu sehen ist der versteckt lebende Vogel zu hören. Während des Balzfluges können die Bekassinenmännchen mit abgespreizten Schwanzfedern einen lautstark wummernden Ton erzeugen. Das hat ihren die Beinahmen „Meckervogel“ oder „Himmelsziege“ eingetragen.

 

Neben der Bejagung, die in vielen Ländern der EU noch gestattet ist, leidet das Brutvogelvorkommen auch unter der Vernichtung des geeigneten Lebensraumes. Moore werden entwässert und von der Torfindustrie ausgebeutet. Wiesen werden für den Maisanbau in Ackerland umgewandelt oder zur Silagegewinnung zu früh und zu oft gemäht, wenn die Bekassine ihre Brut noch nicht abgeschlossen hat.

Dass die Bekassine in Deutschland vom Aussterben bedroht ist, liegt vor allem an der systematischen Zerstörung ihrer Lebensräume. Nur in Gebieten in denen aktiv Schutzmaßnahmen durchgeführt werden, findet eine positive Bestandsentwicklung statt.

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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