Der Stieglitz ist Vogel des Jahres 2016

Bunter Botschafter für bunte Landschaften, Siedlungen und Gärten

Foto: Bertram Steiner
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Warum heißt unser buntester Fink "Stieglitz"?

Foto: Bertram Steiner
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Optisch fallen Stieglitze jedem sofort auf und sind auch für Laien sehr einfach zu bestimmen: hinter dem elfenbeinfarbenen, für Finkenvögel typischen Körnerfresser-Schnabel strahlt ein dreifarbig gestreifter, bunter Kopf mit blutrotem Gesicht, weißlicher Ohrgegend und schwarzem Nacken.

 

 

Foto: Bertram Steiner
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Doch Vorsicht! Bis weit in den Herbst hinein fehlt den Jungvögeln ausgerechnet dieses prägnante Kennzeichen.

Spätestens dann kommt das zweite bunte Merkmal ins Spiel: die leuchtend gelbe Flügelbinde, die wie ein zackiges "S" den schwarzen Flügel durchzieht. Das ist bei Jung- und Altvögeln gleich, und im Flug DAS Kennzeichen des Stieglitz!

 

Aber warum heißt der Stieglitz nun "Stieglitz"?

 

Zugegeben, beim Kuckuck oder beim Zilpzalp ist dies wesentlich deutlicher - aber wenn Sie genau hinhören, dann ruft auch der Stieglitz seinen Namen: "Stig-litz! Stiege-litz!" klingt es von den Distelköpfen, und schon von weitem kündigen sich mit diesen Rufen die bunten Finken an, wenn sie in Trupps in ihre Lieblingsnahrung einfallen. Drücken Sie die "Play"-Taste und lauschen Sie selbst:


Zweitname "DISTELFINK"

Der Stieglitz ist manchen auch unter seinem Zweitnamen "Distelfink" bekannt. Unter unseren heimischen Finkenvögeln ist er eben derjenige, der sich mit Abstand am liebsten von Distelsamen ernährt und sogar seine Jungen mit derlei Samen ernährt statt mit Insekten! Leckere "Samenspender" für den Stieglitz müssen aber nicht zwangsläufig stacheln oder kratzen. Der "Distelfink" verschmäht auch die leichten Flugsamen anderer Korbblüter nicht, die sich auf mageren, bunten Blumenwiesen, auf Brachflächen oder an Weg un Ackerrändern finden: verschiedene Flockenblumen, Knautien, Skabiosen, Wegwarte...

Einer seiner Favoriten ist gar kein Korbblüter, sondern Vertreter einer eigenen Pflanzenfamilie: Die Wilde Karde steht nach der Samenreife ihrer hübschen violetten Blütenständen im Spätsommer und Herbst besonders hoch im Kurs.

Sehen Sie in ihr also kein lästiges Unkraut, sondern pflanzen Sie sich mit diesem schönen Kardengewächs mit hohen Erfolgsaussichten bunte Stieglitze quasi in Ihren Garten!

© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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