Verbreitung

„Die Schleiereule ist in Bayern regional verbreitet mit Verbreitungsschwerpunkt im klimatisch milden Nordwestbayern“ BEZZEL et al. (2005). Ihr Brutbestand in Bayern wird auf 600 bis 1200 geschätzt BEZZEL et al. (2005). Für Deutschland schätzen MEBS & SCHERZINGER (2000) den Brutpaarbestand auf 9300 bis 12000 (1998). Regional liegt das Coburger Land noch im Kerngebiet der Schleiereulenvorkommen Bayerns.


Lebensweise

Laut BEZZEL (1985) werden männliche und weibliche Schleiereulen im ersten Jahr geschlechtsreif und nach der Verpaarung leben sie in monogamer Dauerehe. Erstbruten finden ab April – Mai statt. Späte Erstbruten können aber auch im August stattfinden. Je nach Nahrung werden unterschiedlich viele Eier gelegt. Bei Erstbruten im Durchschnitt vier bis fünf. In mäusearmen Jahren kann das Brutgeschäft völlig ausbleiben. In mäusereichen Jahren sind Nach- und Zweitgelege sowie Schachtelbruten keine Seltenheit. Diese Bruten finden häufig noch im September statt und haben oft hohe Gelegezahlen von 7 bis 10 Eiern. Das lässt sich mit der Zunahme der Feldmausdichte im Jahresverlauf erklären. Durch die hohe Anzahl an Jungen und die Möglichkeit zur Zweit- und Schachtelbrut in Jahren mit Feldmaus-Gradationen kann die Schleiereule die hohen Verluste strenger Winter in wenigen Jahren wieder ausgleichen.

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Gefährdung und Schutz

Die in Bayern Stark gefährdete Schleiereule FÜNFSTÜCK et al. (2003) hat erheblich mit der Veränderung der Kulturlandschaft zu kämpfen. Das Versiegeln von Stallungen und Scheunen aus hygienischen Gründen trifft die Eule vor allem im Winter ziemlich hart. Das verringerte Nahrungsangebot in der Feldflur, zurückzuführen auf Melioration, Wiesenumbruch, Eutrophierung und Flurbereinigung, hat vor allem Einfluss auf die Jungenzahl und die Dichte der Brutpaare. Das Problem des Brutplatzmangels dürfte nur noch lokal eine Rolle spielen. Durch Einbau künstlicher Nisthilfen, so genannter Schleiereulenkästen, und durch Aktionen von Naturschutzverbänden wie LBV oder NABU (zum Beispiel „Lebensraum Kirchturm“) stehen heute in vielen Regionen viele zusätzliche Nistplätze zur Verfügung. Doch machen solche Nisthilfen nur dort einen Sinn, wo genug Nahrung vorhanden ist und keine vielbefahrenen Verkehrswege die Reviere durchkreuzen.

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Lebensraum

Die Schleiereule ist ein Brutvogel des Tieflandes mit günstigen klimatischen Verhältnissen und sie ist ein ausgesprochener Kulturfolger. „Ihre Brut- und Aufenthaltsorte finden wir im Allgemeinen (...) in unmittelbarer Nähe des Menschen. Ruinen, Scheunen, Schlösser, Hausböden, Taubenschläge und vor allem Kirchtürme werden von der Schleiereule geradezu bevorzugt“ SCHNEIDER (1977) Wichtig ist dabei ein freier An- und Abflug zum Brutplatz oder Tagesruhesitz MEBS & SCHERZINGER (2000).


Nahrung

Die Schleiereule ist in ihrer Nahrung auf Kleinsäuger spezialisiert. Hauptanteil sind Spitz-, Wühl- und Echte Mäuse, wobei Die Feldmaus wichtigste Nahrung ist und bis zu 95 % ausmachen kann MEBS & SCHERZINGER (2000). Vögel spielen bei der Ernährung kaum eine Rolle und werden hauptsächlich bei Degradation der Mäusepopulation oder hoher Schneelage geschlagen. Ein Landwirt berichtete beispielsweise, wie eine Schleiereule im schneereichen Winter 2009/ 2010 in einem offenen Stall schlafende Spatzen aus Schwalbennestern erbeutet hat.

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Nistkasten-Standorte und Bestandsentwicklung im Coburger Land

Karte: Bernd Raab
Karte: Bernd Raab
© Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
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