Die LBV-Vogelauffang- und Pflegestation

Stationsleiter Ulrich Leicht (c) Annette Beuerlein
Stationsleiter Ulrich Leicht (c) Annette Beuerlein

Seit 1969 besteht die Vogelauffang- und Pflegestation in Neu- Neershof. Um die Pflege der Tiere, aber auch um die gesamte Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei der Domäne Neuhof, kümmert sich der Greifvogelexperte Ulrich Leicht. Ziel der Einrichtung ist es, verletzte und flugunfähige Greifvögel, Eulen und andere Großvögel gesund zu pflegen und wieder in die Freiheit zu entlassen. 

 

Haben Sie Interesse an der Arbeit mit verletzten Vögeln? Können Sie sich vorstellen, verletzte Tiere einzufangen, zum Tierarzt zu bringen und in der Greifvogelstation zu füttern und zu pflegen? Erleben Sie das fantastische Gefühl, die Vögel nach der Genesung in die Freiheit entlassen zu dürfen.

Ansprechpartner

Ulrich Leicht

E-Mail: coburg(at)lbv.de

Telefon: 09561/407970

 

Spenden für die Greifvogelauffangstation sind immer herzlich willkommen:

 

LBV-Coburg

IBAN DE55 7835 0000 0040 2532 05

BIC BYLADEM1COB

Sparkasse Coburg-Lichtenfels

 

Im Namen der gefiederten Patienten sagen wir vielen Dank!

 



Neuigkeiten aus dem Vogelkrankenhaus

Die neuen ehrenamtlichen Mitarbeit der Greifvogelstation stellen sich vor

Hinten: Sabine und Thomas Feulner, Thomas Gutwill, Julian Hauschild, Kay Pfeffer Vorne: Isrun Ulmann, Ulrich Leicht, Karolin Reiber. Leider noch nicht auf dem Foto sind: Marlene Klisa, Kathrin Steiner, Matthias Kempa, Pia Kelber, Roland Kirchner
Hinten: Sabine und Thomas Feulner, Thomas Gutwill, Julian Hauschild, Kay Pfeffer Vorne: Isrun Ulmann, Ulrich Leicht, Karolin Reiber. Leider noch nicht auf dem Foto sind: Marlene Klisa, Kathrin Steiner, Matthias Kempa, Pia Kelber, Roland Kirchner

Seit Sommer 2020 wird Ulrich Leicht von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfern unterstützt, welche nun nach und nach eingearbeitet werden. Fünf der Helfer werden Ende 2021 einen Falknerkurs belegen, um sich das Wissen über Greifvogelkunde, -schutz, -haltung und -pflege sowie die rechtlichen Vorschriften anzueignen. Desweiteren holt die Gruppe die von Anrufern gemeldeten Tiere am Fundort ab, bringt diese zum Tierarzt und anschließend in unsere Station, wo sie dann täglich versorgt werden, bis diese wieder (bestenfalls am Fundort) in die Freiheit entlassen werden können. Ebenso helfen wir bei der Instandhaltung des Areals sowie der Garten- und Teichanlage. Da aufgrund der Pandemie persönliche Treffen der ganzen Gruppe nicht möglich sind, finden gelegentlich virtuelle Treffen statt. In dem unten gezeigten Video stellen wir uns sowie die Station kurz vor und gehen auf die wichtigsten Dinge sowie aktuelle Statistiken ein.

Fischadler im LBV-Vogelkrankenhaus: Äußerst seltener Greifvogel gesund gepflegt

Am 11. April 2021 wurde von Bernd Nageisky aus Rödental bei einem Spaziergang im Häslichgrund bei den Fischbacher Teichen an der Engelsquelle ein sehr seltener Fund gemacht: Ein Fischadler hatte sich dort in einem Netz verfangen und an beiden Flügeln schwer verletzt.

 

Der Greifvogel wurde durch den Teichbesitzer Andreas Gutmann aus seiner prekären Lage befreit und anschließend vom Finder und vom herbeigerufenen Stationsleiter der Greifvogelauffangstation, Ulrich Leicht, in die Tierärztliche Klinik nach Lautertal zu Dr. Bernd Wicklein gebracht. Nach der ersten Versorgung kam der große Vogel in die Greifvogelauffangstation in Neu-Neershof, wo er von Ulrich Leicht und seinen Helfern Sabine und Thomas Feulner liebevoll wieder aufgepäppelt wurde. Die Greifvogelstation des gemeinnützigen Naturschutzvereins LBV versteht sich als Vogelkrankenhaus und hat zum Ziel, verletzte und flugunfähige Greifvögel aus freier Wildbahn wieder gesund zu pflegen und wieder frei zu lassen.

 

Der Fischadler ist eine eher kleinere Adlerart, jedoch etwas größer als der Mäusebussard und auffällig weiß gefärbt. Wie der Name schon andeutet, ist er ein spezialisierter Fischjäger. Im Raum Coburg ist er regelmäßig zur Zugzeit Gast am Goldbergsee, wo man ihn gut beobachten kann, wenn er sich imposante Brocken aus dem Gewässer herausangelt. Allerdings ist er (noch) kein Brutvogel bei uns. In Bayern brüten gerade mal eine Handvoll Fischadler und das nur im Osten des Freistaats. Daher gilt er nach der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht". Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Fischadler in Bayern ausgerottet. Die damaligen Gründe: Menschliche Verfolgung und über seine Nahrungskette angereicherte Umweltgifte. Inzwischen ist jedoch ein Aufwärtstrend erkennbar. Für den langjährigen Stationsleiter Ulrich Leicht ist der Fischadler ein seltener Patient. „Es ist erst der dritte Fischadler in fünfzig Jahren, der bei uns im Vogelkrankenhaus gelandet ist und den ich gesund pflegen und freilassen konnte“, sagt Ulrich Leicht.

 

Bei der Pflege des Fischadlers unterstützten die Fischzucht Vondran in Seidmannsdorf und die Fischzucht Krappmann in Seehof mit frischen Forellen und Karpfen, um den Fischadler artgerecht füttern zu können. Am 24. April wurde der Fischadler dann von Ulrich Leicht beringt und in die 20 Meter lange Reha-Voliere umquartiert. Nach den ersten erfolgreichen Flugversuchen folgte das, was die Naturschützer am liebsten tun: Der wieder genesene Fischadler wurde am 29. April abends gegen 18 Uhr am Goldberg im Beisein der langjährigen Mitarbeiter der Greifvogelstation, Gerhard und Marianne Vogt, in die wohlverdiente Freiheit entlassen. Der Vogel startete unverzüglich in seine Freiheit, flog bis in den Horizont und verschwand im Himmel über Thüringen. „Das sind die Highlights unserer Arbeit“, stellte Ulrich Leicht hocherfreut fest! Einen Kurzfilm, der die Freilassung des Fischadlers zeigt, findet man hier in unserem Youtube-Kanal.

HL-Weingarth-Stiftung spendet 1.000 Euro an die Greifvogelstation des LBV Coburg

Die HL-Weingarth-Stiftung will die Greifvogelstation des LBV Coburg künftig finanziell unterstützen. Am 9. April 2021 übergab der Stiftungsratsvorsitzende den ersten Scheck über 1.000 Euro. (c) Leuthäusser
Die HL-Weingarth-Stiftung will die Greifvogelstation des LBV Coburg künftig finanziell unterstützen. Am 9. April 2021 übergab der Stiftungsratsvorsitzende den ersten Scheck über 1.000 Euro. (c) Leuthäusser

Bei der Spendenübergabe erläuterte der derzeitige Leiter des Vogelkrankenhauses des LBV Coburg in Neu-Neershof, Ulrich Leicht, eingangs den Sinn und Zweck der Greifvogelauffangstation, die er seit über 50 Jahren mehr oder weniger alleine betreut. Er wolle die Station nun in andere Hände übergeben und etwas kürzer treten. Seine Nachfolge soll eine Gruppe von Leuten verschiedener Altersgruppen unter der Führung von Thomas und Sabine Feulner antreten. „Diese beiden und noch drei andere Personen machen im Herbst 2021 den Falknerkurs und dann voraussichtlich im Januar 2022 die Falknerprüfung, die für diese Tätigkeit benötigt wird“, erklärte Ulrich Leicht. Eigentlich sollten die fünf Nachfolger von Ulrich Leicht den Falknerkurs schon vergangenes Jahr machen, jedoch fiel dieser wegen der Pandemie aus, so dass die Greifvogelstation nicht wie geplant im Frühjahr 2021 übergeben werden konnte. Glücklicherweise betreut Ulrich Leicht das Vogelkrankenhaus nun noch ein Jahr länger. 

 

Horst Weingarth von der HL-Weingarth-Stiftung zeigte sich beeindruckt vom langjährigem Engagement Ulrich Leichts und war sehr erfreut darüber, dass es bereits Nachfolger gibt. „Eine gemeinnützige Einrichtung wie die Greifvogelstation sollte für unser Coburger Land unbedingt weiter bestehen, und deswegen wollen wir hier helfen“, sagte Horst Weingarth. Er wolle die Greifvogelauffangstation nicht nur in diesem Jahr einmalig unterstützen, sondern auch in den Folgejahren! Am 9. April 2021 übergab er symbolisch den ersten Scheck über 1.000 Euro. 

 

Bei der sich anschließenden Führung durch die Station zeigte Ulrich Leicht die momentan anwesenden Patienten: einen Habicht, einen Mäusebussard, einen Uhu und zwei Turmfalken – und überraschend kam auch noch ein wilder Rotmilan auf einen kurzen Besuch angeflogen, um sich vor den erstaunten Augen der versammelten Gäste einen bereit gelegten Imbiss abzuholen.

Die Greifvogelstation wurde 50 Jahre alt

Auch für die Berichterstatter war das Thema interessant
Auch für die Berichterstatter war das Thema interessant

Täglich zweimal fährt Ulrich Leicht zur ehemaligen Gärtnerei des Schlosses im Coburger Stadtteil Neu-Neershof, wo die Greifvogelauffangstation des LBV untergebracht ist. Seit 1969, also seit unglaublichen 50 Jahren, betreut der Rödentaler das Vogelkrankenhaus ehrenamtlich.

 

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7/2019

Schön war das Sommerfest 2018!

Ulrich Leicht stellt den Gästen des Sommerfests einen seiner Pfleglinge vor (c) Cordelia Hiller
Ulrich Leicht stellt den Gästen des Sommerfests einen seiner Pfleglinge vor (c) Cordelia Hiller

Zum Sommerfest 2018 des LBV kamen trotz der Hitze überraschend viele Leute. Nachdem die Festgäste durch die pittoreske Anlage flaniert waren, begrüßte sie der Kreisvorsitzende Frank Reißenweber. Der Stationsleiter stellte anschließend in seiner amüsanten, lockeren Art zunächst die Anwesenden und anschließend die neuesten Pflegefälle des Vogelkrankenhauses vor. Wie in jedem Jahr sind die Turmfalken die häufigsten Patienten von Ulrich Leicht, und einen führte er den staunenden Gästen gleich vor. Er unterstrich auch noch einmal, dass die meisten Vögel, die zu ihm gebracht werden, wieder frei gelassen werden können. Manche sind jedoch so schwer verletzt, dass sie – so traurig das ist – beim Tierarzt eingeschläfert werden müssen. Apropos Tierarzt: Ulrich Leicht bedankte sich ganz herzlich bei Tierarzt Dr. Bernd Wicklein aus Lautertal, der zum Sommerfest ebenfalls gekommen war. Der Stationsleiter sei mit seinen gefiederten Patienten bereits ein Dauergast bei Dr. Wicklein und dieser behandle alle von ihm vorgestellten Wildvögel dankenswerterweise kostenlos. Einen besonderen Erfolg konnte Ulrich Leicht auch noch verbuchen: Er konnte eine junge Wiesenweihe retten und aufpäppeln. Nächste Woche kann er sie voraussichtlich wieder frei lassen. Die junge Wiesenweihe war im Landkreis Hildburghausen gefunden worden. Beim Mähdrusch wäre sie fast getötet worden. Ihre Geschwister konnten gerade noch wegfliegen, als der Mähdrescher aufs Feld fuhr, aber sie war zu noch zu klein. Sie wurde gefunden und in die Vogelauffangstation gebracht, wo sie von Ulrich Leicht aufgezogen wurde. Die Wiesenweihe war in Bayern bereits ausgestorben, als sich durch ein LBV-Artenhilfsprogramm in Unterfranken eine Feldbrüterpopulation etablieren ließ. Deswegen ist das ein gutes Zeichen, dass die Art jetzt vor unserer Haustüre steht und eventuell auch schon bei uns unerkannt gebrütet hat.

 

Bei Sonnenuntergang verließen dann die letzten Gäste das diesjährige Sommerfest. Viele hatten die wunderschön gepflegte Anlage angeschaut, deren Türe ansonsten das Jahr über verschlossen bleiben. Zum Sommerfest darf dann jeder einmal an ein kleines Guckloch im Vorlierenverschlag herantreten, und den gefiederten Patienten dahinter bewundern – wilde Greifvögel sieht man ja ansonsten doch nicht jeden Tag. Die Kinder hatten den Tag über nicht nur mit den Vögeln, sondern auch in der Betreuung von Iris Oelmann und Annette Beuerlein von der Kindergruppe ihren Spaß.

 

Wir dürfen gespannt sein auf das nächste Sommerfest, wenn die Greifvogelstation wieder ihre Pforten öffnet und sich wieder mit den neuen Patienten den interessierten Vereinskollegen präsentiert. Im nächsten Jahr feiert die Station nämlich 50-jähriges Jubiläum und bis dahin sollen noch die Volieren ertüchtigt werden. Für jede Spende dafür sind wir dankbar. Wir sind auch dankbar für die wunderschöne neue Pflasterung im Innenhof der Greifvogelstation, die die Firma Rainer Schmitt Dienstleistungen aus Neustadt ausgeführt hat. Rainer Schmitt hatte die Pflastersteine kostenlos besorgt und die Arbeiten besonders günstig ausgeführt, um den LBV zu unterstützen. Vielen Dank dafür!

Brose-Auszubildende leisten Erste Hilfe im LBV-Vogelkrankenhaus

Neun Auszubildende von Brose haben in der LBV-Greifvogelstation diesen Teich angelegt. (c) Andreas Schirmer, Brose
Neun Auszubildende von Brose haben in der LBV-Greifvogelstation diesen Teich angelegt. (c) Andreas Schirmer, Brose

Gut gelaunt und mit Begeisterung unterstützten neun Auszubildende des Automobilzulieferers Brose das Vogelkrankenhaus des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) in Neu-Neershof. An zwei Tagen Ende Juli schaufelten sieben junge Männer und zwei junge Frauen im Alter von 17 bis 19 Jahren fleißig Erde hin und her.

 

Eigentlich waren die angehenden Mechatroniker gekommen, um den Teich vor der LBV-Greifvogelstation zu erneuern: Wasser raus, Pflanzen raus, Schlamm raus, alte Teichfolie raus, dann das Erdloch neu formen und wieder neuen Teichvlies und neue Teichfolie hinein. Der Teich war jedoch nicht die einzige Sorge von Stationsleiter Ulrich Leicht. Im Innenhof der Vogelauffangstation häuften sich nämlich nach einer Pflasteraktion die Erdmassen. Die jungen Leute packten gleich tatkräftig an und fuhren unglaubliche zirka 100 Schubkarren voll Erde hinaus zum neuen Teich. Dort konnten sie die Erde auch gut gebrauchen, um einen schönen Wall anzulegen.

 

Ulrich Leicht ist sehr dankbar: „Ohne die Hilfe der jungen Leute hätte ich das nie geschafft!“ Er betreut ehrenamtlich seit unglaublichen 29 Jahren die Vogelauffangstation in Neu-Neershof quasi alleine und rettet pro Jahr zwischen 50 und 100 seltenen Wildvögeln das Leben. Deren Pflege ist nur ein Teil von Ulrich Leichts täglicher Arbeit: Genauso muss die großflächige Anlage unterhalten und gepflegt werden. „Für mich waren die jungen Leute eine super Hilfe, vielen Dank dafür!“

 

Für den Arbeitseinsatz gab es einen besonderen Lohn: Die Auszubildenden durften nämlich das Vogelkrankenhaus anschauen, das sonst für Besucher verschlossen bleibt, damit die gefiederten Pfleglinge in Ruhe gesund werden können. „Einmal auf diese Weise Greifvögel aus nächster Nähe anzuschauen, war schon beeindruckend“, sagt die 17-jährige Celina. Den jungen Leuten hat die gesamte Aktion gut gefallen: „Sie bot eine schöne Abwechslung zum Arbeitsalltag“, meint Niklas.

 

Dass die Auszubildenden sich auch außerhalb ihrer betrieblichen Aufgaben bei einer gemeinnützigen Organisation engagieren, wird von ihrem Ausbildungsbetrieb ausdrücklich begrüßt: „Unser jüngster Nachwuchs engagiert sich regelmäßig in sozialen Projekten. Unserem Familienunternehmen und auch mir persönlich ist es ein großes Anliegen, den Auszubildenden zu zeigen, dass es nicht viel braucht, um Verantwortung zur aktiven Mitgestaltung des gesellschaftlichen Umfelds wahrzunehmen“, betont Ausbilder Andreas Schirmer.