Wir sind die BUNTSPECHTE...

...immer der Natur auf der Spur!


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Neuigkeiten bei den Kindergruppen

Ab sofort digitale Schnitzeljagd für unsere Kindergruppe

Gerade in Zeiten von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen sind gemeinsame Treffen in der Natur schwierig zu veranstalten. Um trotzdem Aktivitäten für die Kindergruppe Buntspechte anbieten zu können, haben sich die Kindergruppenleiterinnen Nicole Steinmetz und Julia Tippelt eine virtuelle Methode überlegt: Sie haben über ein spezielles Programm mit dem Namen „Actionbound“, für das der LBV Coburg eigens eine Lizenz erworben hat, eine digitale Schnitzeljagd erstellt, welche die Kinder über ein Handy in der Natur zu verschiedenen Aktionen anleitet. Als Startpunkt wurde das Vereinshäuschen im Hambachgrund gewählt und Stationen in Form von Koordinaten hinzugefügt, sodass ein Rundweg entsteht. Das Handy leitet die Teilnehmer während des Spielens anhand einer Karte oder Richtungspfeilen zu der jeweils nächsten Station.

 

Am Startpunkt beginnt die „Schnitzeljagd” mit einer Fühlstation. Hier wurden drei Boxen aufgestellt, deren Inhalt erfühlt werden muss. Die nächste Station befindet sich am Teich, wo ein Tarnzelt aufgebaut wurde. Aufgabe ist dort, ein paar Minuten still im Zelt zu sitzen und die heranfliegenden Vögel zu beobachten. Im Anschluss gibt es mehrere Quizfragen zu den Wintervögeln, bei denen unter anderem Vogelarten den passenden Bildern zugeordnet werden müssen oder eine Audiodatei mit Vogelgezwitscher angehört und die richtige Vogelart des Sängers angegeben werden soll. Wir wollen hier nicht alle Aufgaben verraten, aber nur so viel sei noch gesagt: Am Ende der liebevoll gestalteten Schnitzeljagd wartet sogar ein (naturkundlicher) Schatz auf die Kinder!

Noch mehr Angebote vom LBV für Kinder

Auch der Gesamtverband bietet in Corona-Zeiten ein Online-Angebot für Familien: Auf der Plattform www.naturschwaermer.lbv.de finden sich jede Menge Mitmachaktionen, Videos, Podcasts, Tipps, Rezepte, Bastelanleitungen, Online-Seminare und Rätsel sowie jeweils ein Monatsschwerpunkt (im Januar: Vögel). Kommende Themen sind unter anderem Klimagerechtigkeit, Insekten im Garten, Wildkräuter, Wald und Wasser. Ziel des Webangebots ist es, Interessierte dabei zu unterstützen, die Natur und Umwelt vor der eigenen Haustüre zu entdecken. Das Konzept für das umfangreiche digitale Angebot mit Nachhaltigkeitsthemen haben die 13 LBV-Umweltbildungseinrichtungen gemeinsam erarbeitet. Man kann sich auch bei einem Newsletter anmelden, der kostenlos zweimal im Monat mit vielen kindgerechten Anregungen und Aktionen verschickt wird.

Das Programm ist ganz ähnlich zu einer klassischen Schnitzeljagd oder zum Geocaching. Das Besondere ist hier jedoch, dass eigene Bilder, Videos, Audiodateien und QR-Codes verwendet werden können, und auch die Spieleteilnehmer Medieninhalte beim Abarbeiten der einzelnen Stationen hochladen können. Die Ergebnisse können am Ende verglichen werden, wobei das deutsche IT-Unternehmen großen Wert auf Datenschutz-Standards legt. Besonders in der Kinder- und Jugendarbeit erlebt dieses Programm aktuell einen extremen Zulauf.

 

Wer die digitale Schnitzeljagd einmal ausprobieren möchte, der darf auf einen lehrreichen Rundgang im Hofgarten hoffen, der derzeit beim LBV Coburg in Planung ist und dann für alle Mitglieder zugänglich sein soll. Hier sollen Brutplätze und Aufenthaltsorte unterschiedlicher Vogelarten vorgestellt werden – verknüpft mit weiteren wertvollen Informationen.


LBV-Kindergruppenleiterin wurde mit dem "Grünen Engel" geehrt

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber hat jetzt Annette Beuerlein aus Dörfles-Esbach für ihr Engagement im Naturschutz ausgezeichnet und sie mit dem „Grünen Engel“ geehrt. (c) StMUV/kostenloser Abdruck
Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber hat jetzt Annette Beuerlein aus Dörfles-Esbach für ihr Engagement im Naturschutz ausgezeichnet und sie mit dem „Grünen Engel“ geehrt. (c) StMUV/kostenloser Abdruck

Ihr Garten in ihrem Heimatort Bad Rodach war es, der sie zum Naturschutz brachte, erzählt Annette Beuerlein aus Dörfles-Esbach. Das Stück Land, das ihr Großvater ab 1955 mit Obstbäumen bepflanzte, damit sich die Familie in der kargen Nachkriegszeit selbst versorgen konnte. Mittlerweile ist der Garten ein eingewachsenes Naturparadies, und die Obstbäume sowie Annette Beuerlein sind 64 Jahre alt. Anhand des Gartens habe sie erkannt, welches Refugium für Tiere dieser im Gegensatz zu den Monokulturen außen herum darstellt, und wie zerstört die Natur schon sei, erzählt Annette Beuerlein.

 

 

Die zarte Pflanze des Naturschutzes keimte und wuchs heran. 2001 trat sie als aktives Mitglied in den LBV Coburg ein, 2009 reaktivierte sie die Kindergruppe und engagiert sich im Vorstand des gemeinnützigen Umweltverbandes. Am 31. Mai wurde Annette Beuerlein nun vom bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber als „Grüner Engel“ geehrt. Zu der Preisverleihung in Bayreuth waren sogar eigens der Bürgermeister aus Dörfles-Esbach, Udo Döhler, und Coburgs stellvertretender Landrat, Rainer Mattern, mitgekommen. „Ich freue mich sehr, dass die Politik den Naturschutz jetzt endlich stärker wahrnimmt“, sagt Annette Beuerlein. „Manchmal habe ich mir gedacht, wir müssten sozusagen Arche-Noah-Flächen anlegen, um Arten zu erhalten, bis endlich ein Umdenken in der Gesellschaft stattfindet.“ Dass offensichtlich gerade ein Umdenken stattfindet, sähe man auch am Volksbegehren.

 

Was ihr wichtig sei: „Um sich im Naturschutz zu engagieren, muss man kein Biologe sein. Jeder kann etwas beitragen – und wenn man das LBV-Büro sauber hält, damit sich die Experten auf fachliche Themen konzentrieren können, anstatt putzen zu müssen“, sagt die gelernte Hauswirtschafterin. Ihr Beitrag zum Naturschutz sei unter anderem die Kindergruppe des LBV Coburg, die „Buntspechte“, gewesen, mit denen sie Sommerfreizeiten abhält, backt, kocht, bastelt, Ausflüge unternimmt, Lagerfeuer und Floßfahrten macht – und dabei immer nebenbei kreativ und kindgerecht Umweltthemen erarbeitet. So zum Beispiel hat sie bei ihrer Veranstaltung „Wildnisküche“ mit den Kindern einen Hobo-Ofen gebaut und aus Wildkräutern eine Suppe gekocht. Am 13. Juli wandert die Kindergruppe mit Alpakas rund um den Fechheimer Berg. Wer noch mitwandern möchte, soll ihr einfach eine E-Mail schreiben an annette-beuerlein(at)gmx.de. „Ich freue mich über jedes einzelne Kind, dem ich ein Gefühl für die Natur mitgeben darf, auf das es später zugreifen kann. Die Naturschützer von morgen zu begeistern, ist für mich die beste Investition in unsere Zukunft.“ Nun, da sie selbst drei Enkelinnen hat, möchte sie in Zukunft etwas kürzer treten – auch in der Kindergruppe. „Wer in der Kindergruppe mithelfen möchte, der kann sich jederzeit gerne beim LBV melden.“ Die Buntspechte treffen sich jeden ersten Samstag im Monat in herrlichster Natur im Hambachgrund, wo Annette Beuerlein das Vereinshaus liebevoll mit eingerichtet hat.

 

In diesem Jahr waren es 13 Personen und eine Organisation, die den „Grünen Engel“ verliehen bekommen haben. Mit einer Ehrennadel und einer Urkunde würdigt das bayerische Umweltministerium jedes Jahr symbolisch Menschen für ihr vorbildliches, langjähriges und nachhaltiges ehrenamtliches Engagement im Umweltbereich.

Wie baut man eigentlich einen Nistkasten?

Nicht nur die "echten" Spechte im Wald sind Wohnungsbauer für andere Vögel, sondern auch die Kinder bei den "Buntspechten"! (c) Jennifer Haußner-Höhn
Nicht nur die "echten" Spechte im Wald sind Wohnungsbauer für andere Vögel, sondern auch die Kinder bei den "Buntspechten"! (c) Jennifer Haußner-Höhn

Nistkästen für neun Vogelfamilien haben die Buntspechte in ihrer Gruppenstunde gebaut. Und das waren beileibe nicht diese 08/15 Vogelhäuschen, die es überall gibt. Nein, der Ehrgeiz der jungen Naturschützer ging da schon weiter. Mit aufgeklebten Ästchen, Kiefern- und Fichtenzapfen und dem dazwischen gestopften Moos entstanden richtige Kleinstbiotope. Für die Wildbienen wurden die hohlen Pflanzenstängel waagrecht angebracht. Aus gespaltenen Rindenstücken stellten die Jungen und Mädchen Schindeln zum Dachdecken her. In den leeren Häusern der Weinbergschnecken kann sich ein wenig Regenwasser sammeln. Selbstverständlich musste man beim Zusammenbauen aufpassen, dass sich der Nistkasten zum Säubern im Herbst trotz aller Verzierung noch öffnen lässt. Jetzt mussten die Naturschützer bei sich zu Hause nur noch einen schönen Platz zum Aufhängen der Vogelwohnungen suchen. Das Flügloch soll nach Südosten zeigen, damit es nicht hineinregnet.

Wir haben Greifvogel-Flügel präpariert!

Habicht (c) M. Varesvuo, LBV-Archiv
Habicht (c) M. Varesvuo, LBV-Archiv

Zwar wurde die Gruppenstunde unter dem Titel „Heute lassen wir die Federn fliegen“ angekündigt, doch die wissenschaftliche Präparatorin des Naturkunde-Museums Frau Neumann belehrte uns gleich eines Besseren: Wenn die Federn aus dem Flügel eines Präparates erst einmal alle ausgerupft sind, darf nicht mehr gehustet werden. Und auch die Tür zum Pädagogikraum wird ganz sachte geschlossen, um kein Durcheinander zu veranstalten.

 

Jedes Kind bekam einen Flügel eines Turmfalken, eines Sperbers oder eine Bussards, um daraus eine Rupfungskarte herzustellen, wie es auch Wissenschaftler machen um zu sehen, welche Feder zu welcher Vogelart und an welche Körperstelle dort genau gehört.

Keine Angst, alle Vögel waren bereits natürlich oder durch einen Unfall gestorben und wurden dem Museum tot gebracht!

 

Jetzt hat jeder nicht nur einen ganz besonderen, interessanten Wandschmuck zu Hause, sondern auch gelernt, mit viel Geduld und Akribie an eine wissenschaftliche Arbeit heranzugehen. Und einen Turmfalken mit einem Sperber verwechseln, kann man auch nicht mehr, wenn man erst einmal Feder neben Feder ganz sorgfältig aufgereiht hat.

Habichtmaske zum Selbermachen

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Kinder-Birdwatch am Goldbergsee

Hast du schon mal einem Fischadler beim Jagen zugesehen? Nein? Dieser sehr seltene Greifvogel rastet auf seinem Zug ins südliche Afrika jeden Herbst am Goldbergsee - gemeinsam mit vielen anderen Wasservogelarten, die höchst seltsame Namen tragen wie Löffelente oder Bruchwasserläufer. Wer sich hinter solch komischen Namen verbirgt, finden wir am KinderBIRDWATCH heraus.  BIRDWATCH ist englisch und heißt "Vogelbeobachtung", und genau das wollen wir mit euch am Goldbergsee machen: Häufige und seltene Vögel beobachten, zählen und staunen!

Igitt, Spinne!

(c)  Annette Beuerlein
(c) Annette Beuerlein

 

 

 

 

 

 

 

Wenn das Insekt 8 Beine hat, dann ist es eine Spinne...

Wasser ist zum Waschen da...

(c) Annette Beuerlein
(c) Annette Beuerlein

 

 

 

 

 

 

Wasser ist kostbar. Die Buntspechte probieren aus, vieviel Regen fallen muss, damit der Regenmesser 1 mm anzeigt.

Eine selbst gebaute Kläranlage und eine Schatzkiste im Hühnerhaus

Die Buntspechte mit ihrer selbsgebauten Kläranlage
Die Buntspechte mit ihrer selbsgebauten Kläranlage

Eine richtig wissenschaftliche Versuchsanlage haben wir mit leeren PET-Flaschen gebaut. Mit unserer selbstgebauten Kläranlage konnten wir das dreckig braune Flusswasser der Rodach in ziemlich klares Wasser verwandeln. Jeder Buntspecht war für seine Filterstation zuständig. In den Filtern waren Kies, Blähton, zwei verschiedenporige Schwämme, ein Kaffeefilter, Filterkohle und Sand. Nun mussten wir noch die richtige Reihenfolge der Filterstationen herausfinden. Damit wir nicht durcheinander kamen, führte Marcel das Protokoll.

So wissenschaftlich ernst geht es bei den Buntspechten aber nicht immer zu. Nur so zum Spaß haben wir beim nächsten Treffen eine Vogelscheuche gebaut. Dirk und Mike sägten die Dachlatten zu und Alea stopfte das Hemd aus. Damit es richtig scheppert, haben wir noch leere Blechbüchsen an die Hände der Puppe gebunden.

Im Oktober sind wir zum Spanierteich gewandert. Auf dem Weg dorthin fielen die bunten Blätter von den Bäumen, besonders dann, wenn wir die jungen Buchen geschüttelt haben. Am Teich angekommen, schickte uns Annette auf die Suche.

Wir sollten verschiedene Moose, Pilze mit Lamellen und Poren, Pflanzen mit wechselständigen Blättern usw. zum Tisch mitbringen. Nach einem Tannenzapfen haben wir lange vergeblich gesucht. Aber jetzt sind wir schlauer.

Beim Eichhörnchenspiel mussten wir ganz schnell hin- und herflitzen. Denn bevor der Winter kommt, muss das Eichhörnchen seinen Futtervorrat zusammengesucht haben. An verschiedenen Stellen waren im Herbstlaub Häufchen von Eicheln, Bucheckern, Haselnüssen und Fichtenzapfen versteckt. Wir mussten von jeder Sorte etwas finden und schnell zu unserem Vorratslager bringen.

Im November haben wir von Jürgen etwas über Spuren und Fährten erfahren. Damit wir schon mal Bescheid wissen, wenn jetzt der Winter kommt. Annette hatte uns eine ganz knifflige Schnitzeljagd gelegt. Aber zum Schluss haben wir die Schatzkiste doch gefunden. Die war im Hühnerhaus versteckt. Na, da hätten wir auch gleich drauf kommen können.

Wir waren auf Sommertour am Lindenhof in Bayreuth

Prinzessin küßt Froschkönig!
Prinzessin küßt Froschkönig!

Dieses Jahr waren wir an unserer Buntspechte-Wochenend-Freizeit mit Jürgen, Sandra und Annette im Bayreuther Lindenhof. In dem umgebauten alten Bauernhof ist das Büro vom LBV und außen herum ein ganz tolles Gelände mit Bach, Wiesen, kleinen Tümpeln und einer Vogelbeobachtungsplattform. Und hinterm Haus ein richtiger Urwald mit Weidentunneln, in denen man Verstecken und Fangen spielen kann und eine große Holzwippe.

Weil es am Samstag so heiß war, sind wir abwechselnd draußen und drinnen gewesen. Im Speisesaal haben wir die Regenwurmhäuser gebaut und abwechselnd mit Komposterde und Sand aufgefüllt. Danach hat sich noch jeder seine Lieblingsblume ausgesucht und dazu eine Geschichte erfunden, wie ihr Name entstanden ist. Die Blume vom Marcel war Mähdesüß und heißt so, weil die Prinzessin Mähde an der süß riechenden Blüte geschnuppert hat. Der Jan hatte den Wiesenknopf, der Luc die  Wiesenmöhre und die Linn die Schafgarbe. Jetzt kennen wir schon wieder zehn neue Blumen.

Das mit dem Lagerfeuer hat nicht so ganz geklappt. Bevor wir die Bratwürste grillen konnte, kam nämlich das Gewitter und wir sind ganz schnell in die Scheune gerannt. Da haben wir trocken gesessen, Karten gespielt und zugeschaut wie es geregnet und gehagelt hat. In der Pfütze im Hof sind wir dann mit den nackigen Füßen herum geplanscht.

Als es dann dunkel war, sind wir auf Froschjagd gegangen. Am Tümpel war nichts los aber am Flüsschen haben wir mindestens 30 Stück gesehen. Ein paar Glühwürmchen haben wir auch gefangen, aber  danach wieder frei gelassen. Also, das Essen war prima. Einmal gab es Würstchen und einmal Pizza.

Geschlafen haben wir in Stockbetten. Immer vier in einem Zimmer. Der Mike hat sein Feldbett mitgebracht, damit alle Jungen zusammen schlafen konnten. Am Ende haben wir alle zusammen geholfen und die Zimmer gekehrt und unsere Sachen zusammen geräumt. Die Autos waren beim Heimfahren bis oben hin voll und die Wurmhäuser mussten ja auch noch mit. Wo wir im nächsten Jahr hingehen, hat der Jürgen noch nicht gewusst, aber wir gehen auf jeden Fall wieder mit.

Die Buntspechte bauen Nisthilfen für Bienen, Hummeln und Wespen

Aus Schilfrohr entstehen Wohnungen für Wildbienen (c) Annette Beuerlein
Aus Schilfrohr entstehen Wohnungen für Wildbienen (c) Annette Beuerlein

Kaum haben die ersten Blumen ihre Blüten geöffnet, wird es Zeit, dass die Insekten, die sie bestäuben sollen, aus dem Winterschlaf erwachen. Schon bei niedrigen Temperaturen sind die pelzigen Hummeln und die Solitärbienen unterwegs. Im Gegensatz zum Bienenschwarm, den der Imker in seinen Bienenstöcken versorgt, müssen sich die einzeln lebenden Bienen selbst um ihre Unterkunft kümmern.

 

Um ihnen das Leben etwas zu erleichtern haben die Buntspechte bei ihrem Monatstreffen im März Nisthilfen für die fleißigen Bestäuber gebaut. Einige Stängel Schilfrohr und zwei Kabelbinder reichen schon aus, um für viele kleine Bienen und Wespen Unterkünfte für ihre Brut zu schaffen. Kai Schwämmlein hat schon viele dieser Nisthilfen gebaut, und war deshalb der Experte, von dem die Kinder lernen konnten. So erfuhren die Buntspechte, wie wichtig es ist, dass die hohlen Schilfrohre unterschiedliche Durchmesser haben, denn so findet jede Wespen- und Bienenart die für sie passende Kinderstube in die die Eier auf ein Bett von Blütenpollen gelegt werden. Beim Schneiden der Schilfstängel und beim festen Zusammenziehen der Rohrbündel mit den Kabelbindern war schon einige Kraft gefragt.

 

Kai Schwämmlein zeigte den Jungen und Mädchen auch, wie man einen Hummelkasten baut. Eine Kiste, ein Schuhkarton und ein Rohr reichen schon aus, um den pelzigen Brummern für den ganzen Sommer einen Unterschlupf zu bieten.

 

Nun heißt es für die Buntspechte abzuwarten, ob die Solitärbienen und -Wespen die Kinderzimmer für ihre Brut auch belegen. Neben dem Flugverkehr vor den Schilfbündeln kann man das auch an den Deckelchen erkennen, mit denen die Öffnungen der Rohre von den Insekten abgedichtet werden.

Heute geht es hoch hinaus

Den Steinbruch am Gipfel des Plestener Berges haben sich die Buntspechte bei ihrer Monatsaktion im Juni zum Ziel gesetzt. Von der Ortsmitte von Plesten ging es aber nicht direkt in Richtung Gipfel. Zuvor lernten die jungen Naturfreunde  anhand der Schautafeln am Naturlehrpfad die hier vorkommenden Pflanzen und Tiere kennen. Bei den Fragen, zu welchen Bäumen Eicheln, Bucheckern und Walnüsse gehören, mussten sie nicht lange überlegen. Und auch die Körner von Hafer, Gerste, Weizen und Roggen konnten sie alle unterscheiden. Noch viel mehr, als die Tafeln des Lehrpfades verrieten, wusste Alex Ulmer zu erzählen. Da wurde der Weg zum Schutzhäuschen auf dem Plestener Berg auch nicht zu lang. Nach dem zweistündigen Marsch hatten sich die Kinder ihre Brotzeit aber verdient, wozu hätten sie den mit Brot, Käse und Tomaten beladenen Bollerwagen denn sonst die ganze Strecke hinter sich her ziehen sollen.