Sie haben einen verletzten Wildvogel oder ein Wildtier gefunden?


Wenn Sie einen verletzten oder hilfebedürftigen Wildvogel gefunden haben, wenden Sie sich gerne an uns. Über die unten angezeigte Telefonnummer können Sie uns erreichen und auswählen, ob es sich um einen Greifvogel oder ein anderes Wildtier handelt. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter werden sich gerne darum kümmern.

 

09561/407970

 

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob das Tier Hilfe benötigt, können Sie selbstverständlich auch bei uns anrufen. Besser einmal zu viel nachgefragt, als zu wenig. :) Dies ist vor allem in der Jungvogelsaison, also von Mai bis Juli wichtig. Junge Ästlinge hüpfen häufig von Ast zu Ast oder laufen auch mal über die Wiese und machen einen verlorenen Eindruck. In den meisten Fällen ist aber alles okay, und sie werden weiter von den Eltern versorgt. Sollten Katzen oder andere Gefahren (direkt an Straßen, etc.) erkennbar sein, sollten Sie einschreiten.

Wichtiger Hinweis: Geben Sie dem Tier vorab kein Futter oder Wasser. Dies ist zwar gut gemeint, kann aber unter Umständen das Tier töten!

 


Wie helfe ich richtig?

Wer braucht Hilfe?

Als Erstes sollte geklärt werden, ob das Tier Hilfe benötigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es offensichtlich verletzt ist, es blutet, die Flügel ungleichmäßig hängen, es humpelt, es regungslos am Boden liegt (z.B. bei Anflug gegen Fenster), etc. Häufig werden verletzte Tiere auch von ihren Artgenossen vertrieben.

Finden Sie zum Beispiel einen Ästling (Jungvogel, der das Nest verlassen hat), welcher zwar verlassen, aber nicht verletzt aussieht und keine Gefahr durch Katzen o.ä. (Straßen, ...) droht, beobachten Sie diese bis zu einer Stunde. Vermutlich kommt ein Elterntier vorbei und füttert diesen. Sitzt das Tier in einem Gefahrenbereich, z.B. weil die Katze schon auf dem Weg ist oder es auf der Straße sitzt, bitte sichern! Dabei Eigenschutz beachten!

Es kann vorkommen, dass verletzte Tiere vor Ihnen weghüpfen oder versuchen zu fliegen, bitte grade in Straßennähe daran denken.

 

Was, wenn keiner kommt?

Kommt auch nach langer Zeit kein Elternvogel oder droht Gefahr, sammeln Sie das Tier ein. Das ist gerade bei Jungvögeln meist sehr einfach, da diese den Menschen häufig noch nicht als Gefahr sehen. Zum Fangen kann ein Betttuch, eine Decke oder ähnlich genommen werden, auch ein Kescher ist möglich, sofern man ihn vorsichtig einsetzt. Präparieren Sie vor dem Fangversuch am besten einen Karton mit Luftlöchern, in welchen Sie das Tier hineinsetzen können. Den Karton dann an einen ruhigen, warmen (22 - 28 Grad) Ort stellen und bei uns anrufen. Zur besseren Einschätzung können Sie uns gerne ein Foto senden, sofern möglich.

 

Der Vogel ist noch nicht vollständig befiedert

Bei Jungvögeln unterscheiden wir zwischen Nestling und Ästling.

Wie der Name sagt, gehört ein Nestling noch ins Nest, ein Ästling hüpft schon durchs Geäst. Aber wie erkenne ich die beiden?

Nestlinge sind größtenteils noch nicht vollständig befiedert, Ästlinge (bis auf Halsbereich oder unter den Flügeln) schon.

Zudem können Nestlinge meist noch nicht länger auf ihren Füßen stehen, sondern stützen sich mit den Fersen ab.

Nestlinge benötigen zwingend Hilfe! Die Eltern holen diese nicht zurück ins Nest.

 

Soll ich das Tier füttern oder Wasser geben?

Geben Sie dem Tier vorab kein Futter oder Wasser. Dies ist zwar gut gemeint, kann aber unter Umständen das Tier töten!

Nicht jedes Tier frisst alles und bei der Wassergabe kann es dazu kommen, dass Wasser (gerade bei Vögeln) in die Luftröhre läuft, was zu einer häufig tödlich verlaufenden Lungenentzündung führen kann! Auch kein Hunde-, Katzenfutter oder Hackfleisch geben, selbst, wenn es online so häufig zu lesen ist. Auch nicht eingeweicht, etc.

 

Was mache ich mit dem noch (fast) nackten Vogel?

Ein nackter Jungvogel ist ein Nestling. Dieser braucht Wärme!
Wenn der Vogel unterwegs gefunden wird, wärmen Sie ihn bitte in der Handfläche.

Zu Hause bereiten Sie eine Wärmflasche vor, gut handwarm, nicht zu heiß! Zwischen Wärmflasche und Vogel am besten ein aufgerolltes Trockentuch oder dünnes Handtuch nestförmig rollen und den Kleinen hineinlegen.
Ebenso in feuchtes Tuch in die Nähe, dass die Luft befeuchtet wird. Der Vogel soll nicht in direktem Kontakt mit dem Wasser sein!

Nicht mit Rotlicht wärmen, dies würde den Vogel zu sehr austrocknen.

 

Kann mich ein Tier verletzen oder beißen?

Ja, grundsätzlich wird fast jedes Tier versuchen, nicht von Ihnen eingefangen werden. Egal ob Meise, Amsel oder Falke, alle können beißen oder kratzen.

Wirklich verletzen können aber nur die größeren Vögel (Krähen, Falken, Bussarde, +). Ziehen Sie also am besten etwas Langärmeliges und Handschuhe an. Sollten Sie sich das Einfangen nicht selbst zutrauen, übernehmen wir das gerne. Beobachten Sie also das Tier bis zu unserem Eintreffen, es kann schneller weg sein, als man denkt. ;)

Aktuelles

Frühjahrsputz in der Station

Die Jungtiersaison steht vor der Tür oder besser gesagt, schon in der Tür, darum haben wir uns am Ersten Mai 2022 keinen Leiterwagen geschnappt, um irgendwo hin zu pilgern, stattdessen aber eine Leiter, Schwamm, Wasser, jede Menge
Äste und Grünzeugs und haben die Kleinvogelvoliere auf Vordermann gebracht.

 

Die Auswilderungsvoliere wurde dann komplett gereinigt, der Boden wieder ein wenig begradigt, die Wände und Gitter kontrolliert und repariert, dass keine Fressfeinde hineinkommen und danach hieß es: Neue Holzteile montieren, Voliere begrünen und die Arbeit von der ersten jungen Türkentaube prüfen zu lassen.

Sie schien sehr zufrieden :)

 

Bald werden noch weitere Vögel kommen, die sich z.B. nach einer Verletzung noch ein wenig erholen müssen, aber nicht mehr aktiv behandelt werden müssen (z.B. mit Antibiotikum, Verbänden oder ähnlich).

Ebenso kommen die jungen Ästlinge in diese Voliere, sofern diese schon alleine fressen können. Frisches Futter und Wasser bekommen sie mehrmals am Tag.

Vollpension! :)

 

In einigen Tagen oder Wochen heißt es dann: "Tür auf und raus, wer möchte". So haben die Vögel Zeit, sich an das Leben draußen zu gewöhnen und können die Voliere sofort verlassen, noch eine Nacht bleiben oder auch die nächsten Tage zurückkommen, um noch ein wenig Futter zu stibitzen.

So können wir sicherstellen, dass die Kleinen mit der neuen Situation nicht überfordert sind und keinen Nahrungsmangel haben. Zudem besteht für sie kein Stress, den sie hätten, würde man sie mit Hand oder Kescher herausholen.

 

Sollten sich am Abend noch Tiere darin befinden, wird die Voliere über Nacht geschlossen und am Morgen wieder geöffnet, damit nachts keine Fressfeinde eindringen und die Vögel geschützt sind.

 

Auch wurden an dem Tag sämtliche Transportboxen, -kisten, Flexarien, etc. gereinigt. Die neuen Pfleglinge können also kommen. :)

 

Vielen Dank für die Hilfe an Marlene, Roland, Sigi, Geli, Boyo und Julian. Am kommenden Sonntag geht es weiter...

Wir haben nicht nur eine Voliere. :o


Haben Sie einen Igel gefunden?

Bitte schauen Sie sich dazu die Unterseite Igel gefunden an

Haben Sie ein totes Tier gefunden?

Sofern Verdacht auf Naturschutzkriminalität besteht, besuchen Sie bitte unsere Unterseite Tatort Natur

Wer sind wir?

Im Oktober 2021 haben wir die LBV-Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe gegründet.
Zusammen mit Tierarzt Joachim Lessing und seiner Frau Angelika kümmern wir uns um verletzte Vögel, holen verwaiste Jungvögel ab und ziehen diese bis zur Auswilderung auf. Andere Tiere, wie Igel oder Biber haben auch schon den Weg zu uns gefunden. Unser Team besteht zurzeit aus zirka 18 interessierten ehrenamtlichen Helfern, welche wir nach und nach "ausbilden".

 

Die Idee, jedem hilfebedürftigen Wildtier zu helfen, ist nicht neu. Joachim und Angelika Lessing sind seit Jahrzehnten im Tierschutz aktiv und behandeln in der Praxis nicht nur Haustiere. Durch die Begeisterung vieler entstand dann endlich die LBV Arbeitsgruppe.


Sie wollen mithelfen?

Spenden für unsere Wildvogelhilfe sind immer herzlich willkommen:

 

LBV-Coburg

IBAN DE55 7835 0000 0040 2532 05

Zweck Wildvogelhilfe AG

BIC BYLADEM1COB

Sparkasse Coburg-Lichtenfels

 

Im Namen der gefiederten Patienten sagen wir vielen Dank!

Haben Sie Interesse an der Arbeit mit verletzten Klein- und Jungvögeln? Können Sie sich vorstellen, verletzte Tiere einzufangen, zu Tierarzt Joachim Lessing zu bringen, Volieren sauber machen, Volieren instand zu halten oder Telefondienste zu erledigen? Melden Sie sich gerne, am besten per E-Mail bei mir. Erleben Sie das fantastische Gefühl, die Vögel und manchmal auch andere Wildtiere in ihrer Genesung zu begleiten. 

Ansprechpartner

Julian Hauschild

E-Mail: julian.hauschild(at)lbv.de

Telefon: 09561/407970


Treffen und Online-Vorträge

Das nächste Online-Meeting ist noch nicht fix.

Geplant sind ca. 30 - 90 Minuten :) Um vorherige Zusage per Gruppennachricht wird gebeten.

Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe