Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe

Sie haben einen verletzten Wildvogel oder ein Wildtier gefunden?

Die Jungvogelsaison ist in vollem Gange, wir sind eigentlich schon voll. Wir können nicht mehr alle Pfleglinge annehmen, vor allem da sich in letzter Zeit Anrufe aus den Nachbarlandkreisen häufen. Weitere Pflegestellen können in der Facebookgruppe Wildvogelhilfe-Notfälle vermittelt werden. Sollte bei uns niemand ans Telefon gehen, bitte auf den Anrufbeantworter sprechen!

 

Kein Futter und kein Wasser geben! Auch kein Aufzuchtsfutter geben, selbst, wenn der Zoofachhandel sagt, dass es gut ist.

 

Nackte oder noch nicht voll befiederte Jungvögel unbedingt wärmen! Details weiter unten.

 

Bei Kollision mit Fahrzeugen oder Scheiben bitte Vogel in einen Karton mit Luftlöchern und einem Nest aus einem Küchenpapier/Handtuch setzen. Karton schließen und an eine ruhige und dunkle Stelle stellen.


Wenn Sie einen verletzten oder hilfebedürftigen Wildvogel gefunden haben, wenden Sie sich gerne an uns. Über die unten angezeigte Telefonnummer können Sie uns erreichen und auswählen, ob es sich um einen Greifvogel oder ein anderes Wildtier handelt. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter werden sich gerne darum kümmern.

 

09561 407970

 

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob das Tier Hilfe benötigt, können Sie selbstverständlich auch bei uns anrufen. Besser einmal zu viel nachgefragt, als zu wenig. :) Dies ist vor allem in der Jungvogelsaison, also von Mai bis Juli wichtig. Junge Ästlinge hüpfen häufig von Ast zu Ast oder laufen auch mal über die Wiese und machen einen verlorenen Eindruck. In den meisten Fällen ist aber alles okay, und sie werden weiter von den Eltern versorgt. Sollten Katzen oder andere Gefahren (direkt an Straßen, etc.) erkennbar sein, sollten Sie einschreiten.

 

Die Jungvogelsaison ist in vollem Gange, das bedeutet, unsere (wenigen) ehrenamtlichen Pflegestellen müssen in Abständen von 30 bis 60 Minuten die Vögel füttern und versorgen. Abholungen verletzter oder verwaiste Tiere können somit nur in besonderen Fällen organisiert werden. Wir sind somit auf die Hilfe der Finder angewiesen. Leider ist dies für manche Finder unverständlich, darum möchten wir es gerne erklären. Die Behandlung und Aufnahme der Tiere erfolgt komplett unentgeltlich, die Futter- und Unterbringungskosten werden privat und von Spenden und keineswegs staatlich finanziert. Unsere Päppler bekommen keine Bezahlung und arbeiten neben der ehrenamtlichen Vogelpflege in Vollzeit.

 

Bitte bringen Sie keine Tiere ohne vorherige Rücksprache in unsere Geschäftsstelle in Dörfles-Esbach oder zu den Privatadressen der Päppler. In der Geschäftsstelle sind nur unsere Büroräume, welche auch nicht rund um die Uhr geöffnet sind. Also nicht der richtige Ort, für einen Vogel. ;)

 

Noch ein wichtiger Hinweis:

Geben Sie dem Tier vorab kein Futter oder Wasser!

Dies ist gut gemeint, kann aber unter Umständen das Tier töten!

 

Information, wenn Sie in der Nacht anrufen:

Wir hören unseren Anrufbeantworter zum Teil noch in der Nacht oder spätestens am nächsten Morgen ab. Bitte sprechen Sie eine Nachricht auf und schildern Sie und schon einmal das Problem.

 

Kein Futter und kein Wasser geben! Auch kein Aufzuchtsfutter geben, selbst, wenn der Zoofachhandel sagt, dass es gut ist.

 


Wie helfe ich richtig?

Wer braucht Hilfe?

Als Erstes sollte geklärt werden, ob das Tier Hilfe benötigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn es offensichtlich verletzt ist, es blutet, die Flügel ungleichmäßig hängen, es humpelt, es regungslos am Boden liegt (z.B. bei Anflug gegen Fenster), etc. Häufig werden verletzte Tiere auch von ihren Artgenossen vertrieben.

Finden Sie zum Beispiel einen Ästling (Jungvogel, der das Nest verlassen hat), welcher zwar verlassen, aber nicht verletzt aussieht und keine Gefahr durch Katzen o.ä. (Straßen, ...) droht, beobachten Sie diese bis zu einer Stunde. Vermutlich kommt ein Elterntier vorbei und füttert diesen. Sitzt das Tier in einem Gefahrenbereich, z.B. weil die Katze schon auf dem Weg ist oder es auf der Straße sitzt, bitte sichern! Dabei Eigenschutz beachten!

Es kann vorkommen, dass verletzte Tiere vor Ihnen weghüpfen oder versuchen zu fliegen, bitte grade in Straßennähe daran denken.

 

Was, wenn keiner kommt?

Kommt auch nach langer Zeit kein Elternvogel oder droht Gefahr, sammeln Sie das Tier ein. Das ist gerade bei Jungvögeln meist sehr einfach, da diese den Menschen häufig noch nicht als Gefahr sehen. Zum Fangen kann ein Betttuch, eine Decke oder ähnlich genommen werden, auch ein Kescher ist möglich, sofern man ihn vorsichtig einsetzt. Präparieren Sie vor dem Fangversuch am besten einen Karton mit Luftlöchern, in welchen Sie das Tier hineinsetzen können. Den Karton dann an einen ruhigen, warmen (22 - 28 Grad) Ort stellen und bei uns anrufen. Zur besseren Einschätzung können Sie uns gerne ein Foto senden, sofern möglich.

 

Der Vogel ist noch nicht vollständig befiedert

Bei Jungvögeln unterscheiden wir zwischen Nestling und Ästling.

Wie der Name sagt, gehört ein Nestling noch ins Nest, ein Ästling hüpft schon durchs Geäst. Aber wie erkenne ich die beiden?

Nestlinge sind größtenteils noch nicht vollständig befiedert, Ästlinge (bis auf Halsbereich oder unter den Flügeln) schon.

Zudem können Nestlinge meist noch nicht länger auf ihren Füßen stehen, sondern stützen sich mit den Fersen ab.

Nestlinge benötigen zwingend Hilfe! Die Eltern holen diese nicht zurück ins Nest.

 

Soll ich das Tier füttern oder Wasser geben? <- N E I N !

Geben Sie dem Tier vorab kein Futter oder Wasser. Dies ist zwar gut gemeint, kann aber unter Umständen das Tier töten!

Nicht jedes Tier frisst alles und bei der Wassergabe kann es dazu kommen, dass Wasser (gerade bei Vögeln) in die Luftröhre läuft, was zu einer häufig tödlich verlaufenden Lungenentzündung führen kann! Auch kein Hunde-, Katzenfutter oder Hackfleisch geben, selbst, wenn es online so häufig zu lesen ist. Auch nicht eingeweicht, etc. Auch kein Aufzuchtsfutter geben, selbst, wenn der Zoofachhandel sagt, dass es gut ist. Sogenanntes Eifutter, Haferflocken, getrocknete Mehlwürmer sind auch nicht das Richtige!

 

Da es immer wieder vorkommt, weil es gut gemeint ist, stellen sie sich folgende Situation vor: Sie haben einen Fahrradunfall und liegen benommen am Boden, der Ersthelfer öffnet Ihren Mund und schüttet einen halben Liter Wasser hinein, der Nächste kommt mit einer Tomate, dumm nur, dass er nicht weiß, dass sie dagegen allergisch sind... Sie verstehen auf was wir hinaus wollen? ;)

 

Was mache ich mit dem noch (fast) nackten Vogel?

Ein nackter Jungvogel ist ein Nestling. Dieser braucht Wärme!
Wenn der Vogel unterwegs gefunden wird, wärmen Sie ihn bitte in der Handfläche.

Zu Hause bereiten Sie eine Wärmflasche vor, etwas mehr als handwarm, nicht zu heiß!
Zwischen Wärmflasche und Vogel am besten ein aufgerolltes Trockentuch oder dünnes Handtuch nestförmig rollen und den Kleinen hineinlegen.
Ebenso in feuchtes Tuch in die Nähe, dass die Luft befeuchtet wird. Der Vogel soll nicht in direktem Kontakt mit dem Wasser sein!

Nicht mit Rotlicht wärmen, dies würde den Vogel zu sehr austrocknen.

 

Kann mich ein Tier verletzen oder beißen?

Ja, grundsätzlich wird fast jedes Tier versuchen, nicht von Ihnen eingefangen werden. Egal ob Meise, Amsel oder Falke, alle können beißen oder kratzen.

Wirklich verletzen können aber nur die größeren Vögel (Krähen, Falken, Bussarde, +). Ziehen Sie also am besten etwas Langärmeliges und Handschuhe an. Sollten Sie sich das Einfangen nicht selbst zutrauen, übernehmen wir das gerne. Beobachten Sie also das Tier bis zu unserem Eintreffen, es kann schneller weg sein, als man denkt. ;)

Wer sind wir?

Im Oktober 2021 haben wir die LBV-Arbeitsgruppe Wildvogelhilfe gegründet.
Zusammen mit Tierarzt Joachim Lessing und seiner Frau Angelika kümmern wir uns um verletzte Vögel, holen verwaiste Jungvögel ab und ziehen diese bis zur Auswilderung auf. Andere Tiere, wie Igel oder Biber haben auch schon den Weg zu uns gefunden. Unser Team besteht zurzeit aus zirka 18 interessierten ehrenamtlichen Helfern, welche wir nach und nach "ausbilden".

 

Die Idee, jedem hilfebedürftigen Wildtier zu helfen, ist nicht neu. Joachim und Angelika Lessing sind seit Jahrzehnten im Tierschutz aktiv und behandeln in der Praxis nicht nur Haustiere. Durch die Begeisterung vieler entstand dann endlich die LBV Arbeitsgruppe.


Jungstorch aus Sonnefeld erfolgreich gerettet

Am Montag, den 3. Juni 2024, erhielten wir gegen 13:30 Uhr einen Anruf von unserem Storchenbeauftragten: Ein junger Storch in Sonnefeld lag sehr passiv im Horst und stand kaum noch auf. Irgendetwas stimmte nicht.

 

Julian Hauschild war wenige Minuten später vor Ort und untersuchte die Situation. Gemeinsam mit Bernd Leuthäusser, einem erfahrenen Kletterer, entschied er, den Jungstorch aus dem Horst zu holen.

 

Obwohl die Aktion etwas schwieriger war als zunächst angenommen, konnte der Storch erfolgreich gerettet werden. Er wurde zur Pflege in die Wildvogelauffangstation von Familie Lessing und Herrn Hauschild gebracht.

 

Am Montag, den 24. Juni 2024, wurde der Storch zur weiteren Pflege und Auswilderung in die Auffangstation nach Regenstauf überführt.

Wir freuen uns, dass der Storch gesund und fit ist und bald in die Freiheit entlassen werden kann.


Frühjahrsputz in der Station

Die Jungtiersaison steht vor der Tür oder besser gesagt, schon in der Tür, darum haben wir uns am Ersten Mai 2022 keinen Leiterwagen geschnappt, um irgendwo hin zu pilgern, stattdessen aber eine Leiter, Schwamm, Wasser, jede Menge
Äste und Grünzeugs und haben die Kleinvogelvoliere auf Vordermann gebracht.

 

Die Auswilderungsvoliere wurde dann komplett gereinigt, der Boden wieder ein wenig begradigt, die Wände und Gitter kontrolliert und repariert, dass keine Fressfeinde hineinkommen und danach hieß es: Neue Holzteile montieren, Voliere begrünen und die Arbeit von der ersten jungen Türkentaube prüfen zu lassen.

Sie schien sehr zufrieden :)

 

Bald werden noch weitere Vögel kommen, die sich z. B. nach einer Verletzung noch ein wenig erholen müssen, aber nicht mehr aktiv behandelt werden müssen (z. B. mit Antibiotikum, Verbänden oder ähnlich).

Ebenso kommen die jungen Ästlinge in diese Voliere, sofern diese schon alleine fressen können. Frisches Futter und Wasser bekommen sie mehrmals am Tag. Vollpension! :)

 

In einigen Tagen oder Wochen heißt es dann: „Tür auf und raus, wer möchte“. So haben die Vögel Zeit, sich an das Leben draußen zu gewöhnen und können die Voliere sofort verlassen, noch eine Nacht bleiben oder auch die nächsten Tage zurückkommen, um noch ein wenig Futter zu stibitzen.

So können wir sicherstellen, dass die Kleinen mit der neuen Situation nicht überfordert sind und keinen Nahrungsmangel haben. Zudem besteht für sie kein Stress, den sie hätten, würde man sie mit Hand oder Kescher herausholen.

 

Sollten sich am Abend noch Tiere darin befinden, wird die Voliere über Nacht geschlossen und am Morgen wieder geöffnet, damit nachts keine Fressfeinde eindringen und die Vögel geschützt sind. Auch wurden an dem Tag sämtliche Transportboxen, -kisten, Flexarien, etc. gereinigt. Die neuen Pfleglinge können also kommen. :)

 

Haben Sie einen Igel gefunden?

Bitte besuchen Sie dazu die Unterseite Igel gefunden.


Sie wollen mithelfen?

Spenden für unsere Wildvogelhilfe sind immer herzlich willkommen:

 

LBV-Coburg

IBAN DE55 7835 0000 0040 2532 05

Zweck Wildvogelhilfe AG

BIC BYLADEM1COB

Sparkasse Coburg-Lichtenfels

 

Im Namen der gefiederten Patienten sagen wir vielen Dank!

Haben Sie Interesse an der Arbeit mit verletzten Klein- und Jungvögeln? Können Sie sich vorstellen, verletzte Tiere einzufangen, zu Tierarzt Joachim Lessing zu bringen, Volieren sauber machen, Volieren instand zu halten oder Telefondienste zu erledigen? Melden Sie sich gerne, am besten per E-Mail bei mir. Erleben Sie das fantastische Gefühl, die Vögel und manchmal auch andere Wildtiere in ihrer Genesung zu begleiten. 

Ansprechpartner

Julian Hauschild

E-Mail: julian.hauschild(at)lbv.de

Telefon: 09561/407970


Haben Sie ein totes Wildtier gefunden?

Sofern Verdacht auf Naturschutzkriminalität besteht, besuchen Sie bitte unsere Unterseite Tatort Natur.