Neue Arbeitsgruppe für Gartenfreunde

(c) Thomas Staab/LBV-Archiv
(c) Thomas Staab/LBV-Archiv

Arbeitsgruppe "Naturnahes Gärtnern" trifft sich jeden letzten Samstag im Monat um 15 Uhr

Anfang März 2022 hat unsere neue Arbeitsgruppe "Naturnahes Gärtnern" losgelegt. Die neue Arbeitsgruppe trifft sich jetzt immer am letzten Samstag im Monat um 15 Uhr in unterschiedlichen Gärten der Arbeitsgruppen-Teilnehmer. Geplant ist unter anderem eine Pflanz- und Samentauschbörse sowie der Austausch über Permakultur und Nistmöglichkeiten für Wildtiere im Garten. Die Leitung übernimmt Sandra Bellin-Gutgesell, die schon seit geraumer Zeit im Obst- und Gartenbauverein Gemünda aktiv ist und viel Expertenwissen einbringen kann.

 

Wer noch mitmachen möchte, meldet sich einfach kurz bei sandra.bellin.gutgesell(at)lbv.de. Ihr seid herzlich willkommen!

 

Aktuelles aus der Gruppe

Neun Tipps für einen naturnahen Garten

Artenreicher Vorgarten (c) Christian Westhäuser
Artenreicher Vorgarten (c) Christian Westhäuser

Insekten spielen eine wichtige Rolle in der Natur: Als Bestäuber für viele Pflanzen, als Jäger oder als Nahrung für verschiedene Tierarten. Bienen, Wespen, Käfer oder auch Schmetterlinge sind das Fundament eines gesunden Ökosystems. Mittlerweile sind die Insekten aber selbst in Naturschutzgebieten um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Ein Alarmzeichen, denn sterben die Insekten, drohen auch andere Tiergruppen und viele Pflanzenarten zu verschwinden. Jeder kann in seinem eigenen Garten etwas für die Insekten tun:

 

1. Je abwechslungsreicher und wilder, desto artenreicher: Ist der Garten „aufgeräumt“, bietet er wenig Lebensraum. Haufen mit Totholz, Steine, lückig bewachsene Sandflächen, alte Baumstämme oder Blühflächen: Je mehr Lebensräume Tieren angeboten werden, desto dankbarer werden diese angenommen. Man muss nur den Mut dazu haben, seinen Garten wild und abwechslungsreich zu gestalten. Ein blühendes Wiesenstück im Garten beherbergt mehr nützliche Tierarten als ein ständig kurz gemähter Rasen. In Kies- oder Steinwüsten lebt nichts mehr. Und erstaunlich ist auch, wie pflegeleicht ein naturnaher Garten ist.

 

2. Blühfläche anlegen: Viele Insekten sind auf eine einzige Nahrungspflanze spezialisiert. Wird diese ausgerupft, fehlt die Nahrung. Bei den dicht gefüllten Blüten vieler Rosen, Nelken und anderer Zierpflanzen finden die Insekten keinen Pollen und Nektar mehr. Bei manchen Arten ist zugunsten des Blütenaufbaus die Nektarproduktion ganz herausgezüchtet worden. Legen Sie deswegen eine Blühfläche mit heimischen Blumen an. Um den Insekten ganzjährig ein Nahrungsangebot zu schaffen, sollten die verschiedenen Blühzeiten berücksichtigt werden. Ein Staudenbeet kann so angelegt werden, dass zwischen März und Oktober immer etwas blüht. Welche Blumenmischungen sich dazu eignen, darüber informieren die Umweltverbände gerne. Wildblumenwiesen sollten möglichst spät im Jahr gemäht werden, nachdem die Pflanzen bereits ausgesamt haben.

Toter Vorgarten
Toter Vorgarten

3. Stängel lassen: Von verblühten Stauden sowie von Himbeere, Brombeere, Heckenrose und Schwarzem Holunder erst im Frühjahr abschneiden, denn in den Stängeln können Insekten überwintern.

 

4. Laub in Ecken und unter Sträuchern liegen lassen: Laub ist wichtiger Nährstofflieferant und bietet Insekten, Amphibien und vielen Säugetieren wie Igel und Spitzmaus überlebenswichtige Winterquartiere.

 

5. Totholzhaufen anlegen: Totholzhaufen zählen zu den lebendigsten Kleinstbiotopen unserer Natur. Viele Insekten, die auch in unseren Gärten vorkommen, profitieren davon, ob als Nahrung, Versteck oder Baumaterial.

 

6. Möglichst heimische Bäume, Sträucher und Blumen pflanzen: Viele unserer Insekten sind spezialisiert auf die Pflanzen unseres heimischen Ökosystems und können fremde Pflanzen nicht nutzen.

 

7. Nützlingsschonende Pflanzenschutzmittel: Wer Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten im Garten bekämpfen möchte, sollte Methoden wählen, die Nützlingen nicht schaden – wie zum Beispiel Pflanzenjauchen oder –brühen aus Brennesel. Fördert man die Nützlinge wie zum Beispiel den Marienkäfer, verringert sich auch der Schädlingsbestand automatisch.

 

8. Ein Insektenhotel ist eine schöne und nützliche Ergänzung für Ihren naturnahen Garten. Insektenhotels gibt es im Handel, oder man kann sie leicht selbst bauen.

 

9. Naturfreundliche Wege: Anstatt aus Beton und Asphalt sollte man Wege aus Kies oder Rasengittersteinen anlegen.

 

Noch mehr Fotos von Schottergärten auf der satirischen Facebookseite "Die Gärten des Grauen"

Beispiele für insektenfreundliche Garten-Gewächse

Blumen und Kräuter: Brennnesseln, Disteln, , Klee, Esparsette, Hornklee, Borretsch, Beinwell, Hauswurz, Rainfarn, Gänseblümchen, Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, Blaukissen, Kapuzinerkresse, Phlox und Zinnie, Blaustern, Schlüsselblume, Margerite, Fetthenne, Geißblatt, Nachtkerze, Lichtnelke und das Nickende Leimkraut, Stockrosen, Sonnenblumen, Phazelie, Chrysanthemen, Mohn, Lauchgewächse, , Winde

 

Bäume und Sträucher: Sommerflieder, Schlehe, Pfaffenhütchen, Kornelkirsche, Weißdorn, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Wilder Wein, Efeu, ungefüllte Kletterrosen, Obstbäume aller Art

 

Balkon: Goldlack, Kapuzinerkresse, Verbene, Männertreu, Wandelröschen, Löwenmäulchen, Küchenkräuter (Salbei, Rosmarin, Lavendel, Pfefferminze, Thymian)

 

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